Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit palästinensischer Künstlerin fest
Georgine MansPalästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit palästinensischer Künstlerin fest
Geplante Veranstaltung an der Düsseldorfer Kunstakademie mit palästinensischer Künstlerin löst Streit aus
Eine geplante Veranstaltung an der Kunstakademie Düsseldorf mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif hat für Kontroversen gesorgt. Jüdische Organisationen fordern die Absage der Veranstaltung und verweisen dabei auf ihre Aktivitäten in sozialen Medien. Die Akademie hingegen hält an dem Termin fest und beruft sich auf die künstlerische Freiheit als grundlegendes Prinzip.
Auslöser der Debatte war eine Forderung des Netzwerks jüdischer Akademiker:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, die Veranstaltung abzusagen. Sie begründeten dies mit Online-Posts al-Sharifs, in denen ihrer Ansicht nach Terrorismus verherrlicht und antisemitische Positionen gegen Israel verbreitet werden.
Die Akademie lehnte die Absage ab. In einer Stellungnahme betonte sie, dass Antisemitismus, die Unterstützung terroristischer Gewalt und die Infragestellung des Existenzrechts Israels inakzeptabel seien. Gleichzeitig sei eine offene Auseinandersetzung mit künstlerischen Werken unverzichtbar. Die Entscheidung, al-Sharif einzuladen, basiere auf ihrem etablierten Ruf in der Kunstszene.
Um Bedenken zu begegnen, führte die Hochschule Gespräche mit den studierenden Organisator:innen. Die Veranstaltung wird wie geplant stattfinden, allerdings unter strengen Auflagen, darunter eine moderierte Diskussion unter studentischer Leitung. Zudem stellte die Akademie klar, dass der Fotografieprofessor Thomas Ruff, der seit 2000 an der Akademie lehrt, dort keine Führungsposition innehat.
Trotz des Widerstands jüdischer Gruppen wird die Veranstaltung durchgeführt. Die Akademie betont, dass künstlerische Debatten offen bleiben müssten, setzt dabei jedoch klare Grenzen gegen Hassrede und Extremismus. Die studierenden Organisator:innen werden die Diskussion leiten, um die Einhaltung dieser Vorgaben zu gewährleisten.