26 December 2025, 03:23

„Lana Kaiser“: Wie Daniel Küblböck im Stillen gegen Hass und Hetze kämpfte

Ein Buch mit einem blauen Umschlag, das 'Gay Fables' heißt.

Sieben Jahre nach seinem Tod: ARD-Doku erzählt die Lebensgeschichte des 'DSDS'-Stars - „Lana Kaiser“: Wie Daniel Küblböck im Stillen gegen Hass und Hetze kämpfte

Ein neuer Dokumentarfilm erkundet das Leben von Daniel Küblböck – einem deutschen Popstar und queeren Ikone. Unter der Regie von Gregor Gerke zeigt „Die Küblböck-Story: Your Lana Kaiser“ ein bewegendes, doch respektvolles Porträt einer Persönlichkeit, die immense öffentliche Aufmerksamkeit ertragen musste. Vor seinem tragischen Tod outete sich Küblböck als trans Frau und nahm im Kreis enger Freunde und Unterstützer:innen den Namen Lana Kaiser an.

Sein Aufstieg begann als Teilnehmer bei „Germany’s Next Topmodel“, doch die anfängliche Medienbegeisterung schlug bald in Feindseligkeit um. Boulevardblätter stempelten ihn als labil ab, während Fans ihn gnadenlos belästigten. Freund:innen wie die Dragperformerin Olivia Jones erinnerten sich später, wie der Shitstorm ihn dazu brachte, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Eine Zeitlang präsentierte er sich wieder in einem traditionell männlichen Image – etwas, das Jones als verzweifelten Versuch deutet, sich vor weiterem Hass zu schützen.

Im Privaten lebte Küblböck längst als Lana Kaiser und teilte diese Wahrheit mit Familie, Freund:innen und treuen Fans. Seine letzten Tage waren von Unruhe geprägt. Reisegäst:innen und Begleiter:innen einer Kreuzfahrt vor Neufundland im September 2018 beschrieben ihn als sichtbar verstört. Am 9. September ging er über Bord. Trotz umfangreicher Suchaktionen wurde seine Leiche nie gefunden; erst im Februar 2021 wurde er offiziell für tot erklärt. Der Film deutet seinen Lebensweg als Geschichte leiser Widerstandskraft. Der LGBTQ+-Aktivist Ricardo Simonetti nennt ihn eine „Empowerment-Geschichte“ für die queere Community. Die Popsängerin und Freundin Lucy Diakovska ist überzeugt, Küblböck hätte in der heutigen, offeneren Gesellschaft aufgeblüht. Sein Vermächtnis bleibt ein Symbol für sowohl Leid als auch Trotzigkeit.

Der Dokumentarfilm hinterlässt ein vielschichtiges Bild von Küblböcks Leben – geprägt von tiefem Schmerz, aber auch Momenten der Echtheit. Olivia Jones plagt bis heute das schlechte Gewissen, nicht früher eingegriffen zu haben, während andere über das nachdenken, was hätte sein können. Als queere Ikone hallt seine Geschichte nach und mahnt: Sie steht für die Kosten öffentlicher Grausamkeit – und die ungebrochene Sehnsucht nach Akzeptanz.