Machtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor innerparteilicher Abwahl
Georgine MansMachtkampf in der NRW-AfD: Vincentz steht vor innerparteilicher Abwahl
In der nordrhein-westfälischen Landesverbands der AfD bahnt sich ein Führungsstreit an. Zwei Parteimitglieder, Fabian Jacobi und Christian Zaum, haben sich zusammengeschlossen, um den amtierenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz abzulösen. Der Machtkampf legt tiefe Gräben bei Personalentscheidungen und innerparteilicher Disziplin offen.
Fabian Jacobi gab seine Kandidatur vor zwei Wochen bekannt, während Christian Zaums Ambitionen erst in dieser Woche durch Gerüchte an die Öffentlichkeit drangen. Beide treten als gemeinsames Team an, um Vincentz als Landeschef zu ersetzen. Ihre Kampagne findet vor allem bei Kritikern von Vincentz' Führung Unterstützung – insbesondere bei denen, die mit seinen jüngsten Personalentscheidungen unzufrieden sind.
Die internen Querelen haben auch mit Vincentz' Umgang mit Disziplinarfällen zu tun. Gegner werfen ihm Doppelstandards vor, etwa im Fall von Klaus Esser, dem vorgeworfen wird, seinen Lebenslauf gefälscht zu haben. Zaum selbst steht wegen der Verweigerung von Mitgliedschaften an potenzielle Neuzugänge vor einem Parteiausschlussverfahren. Auch Jacobi bleibt eine umstrittene Figur – einige Parteimitglieder machen ihn für den Ausschluss der AfD von der Bremer Senatswahl 2023 mitverantwortlich.
Die Unterstützung für die Herausforderer beschränkt sich nicht auf die Basis. Der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich steht hinter ihrem Vorhaben, ebenso wie Vincentz' eigene Stellvertreter in der Landtagsfraktion, Sven Tritschler und Enxhi Seli-Zacharias. Der Konflikt spiegelt die anhaltenden Spannungen über die politische Ausrichtung der Partei und interne Verantwortlichkeit wider.
Das Ergebnis dieses Führungsstreits könnte die Strukturen der AfD in Nordrhein-Westfalen neu ordnen. Vincentz' Kritiker argumentieren, seine Entscheidungen hätten Instabilität geschürt, während die Herausforderer die Opposition unter neuer Führung konsolidieren wollen. Bisher gibt es keine öffentlichen Hinweise darauf, wie das Ergebnis die übergeordnete Bundestagsstrategie der AfD beeinflussen könnte.