Mainz 05 ehrt Stadtrat mit dem "Dummen August" für rebellischen Humor
Ignaz KreuselMainz 05 ehrt Stadtrat mit dem "Dummen August" für rebellischen Humor
Ein linker Stadtrat aus Mainz 05 ist für seinen verspielt-unkonventionellen Umgang mit dem öffentlichen Leben mit einer ungewöhnlichen Ehre bedacht worden: Martin Malcherek wurde als erster Preisträger mit dem Dummen August ausgezeichnet – einem neu geschaffenen Preis, der den Geist des tollpatschigen Mainz-Karnevalsclowns feiert. Die Auszeichnung würdigt seinen Einfallsreichtum, seinen Humor und seine Bereitschaft, Normen infrage zu stellen – Eigenschaften, die auf eine bis in die römische Antike zurückreichende Tradition verweisen.
Der Dumme August ist eine beliebte Figur des Mainzer Karnevals, bekannt für seine spektakulären Missgeschicke und die Fähigkeit, das Publikum über seine eigenen Pannen lachen zu lassen. Die Wurzeln der Figur reichen bis ins antike Rom zurück, wo Clowns wie der Centunculus oder Stupidus mit ihrer Schusseligkeit die Massen unterhielten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Rolle zu einem offiziellen Karnevalsamt, das seit 1950 jährlich vom Verein Rettet das Römische unsere Website ("Rettet das Römische") verliehen wird.
Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel (KCK), überreichte den Preis als Bajazzo verkleidet – eine würdevoll-weiße Clownsfigur. In seiner Rede betonte Loomans, dass die Gesellschaft mehr Menschen vom Schlag des Dummen August brauche: solche, die mutige Fragen stellen, Verletzlichkeit zulassen und den Karneval für alle zugänglich halten – ohne Hürden oder Eintrittsgelder.
Malcherek nutzte seine Dankesrede, um eine Welt zu beschwören, in der bunte Fahnen für immer wehen und phantasievolle Kostüme die Straßen füllen. Seine Vision: ein endloses Fest, frei von Beschränkungen und voller Lebensfreude. Der Preis ehrt dabei nicht nur Humor, sondern auch Mut, Kreativität und eine kindliche Unschuld, die Autoritäten auf spielerische Weise herausfordert.
Mit der Auszeichnung ist Malchereks öffentliches Wirken nun offiziell mit einer jahrhundertealten Tradition des frechen Widerspruchs verknüpft. Seine Wahl unterstreicht die Rolle des Karnevals als Ort der Satire, der Inklusion und der furchtlosen Selbstentfaltung. Der Verein plant, den Preis künftig regelmäßig zu vergeben – damit der Geist des törichten, aber furchtlosen Clowns in Mainz 05 lebendig bleibt.






