Malta Air blockiert Betriebsratswahlen in Köln – Verdi wirft Sabotage vor
Georgine MansMalta Air blockiert Betriebsratswahlen in Köln – Verdi wirft Sabotage vor
Ein Rechtsstreit zwischen Malta Air und der Gewerkschaft Verdi eskaliert wegen der Betriebsratswahlen am Kölner Standort der Fluggesellschaft. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Vorwürfe, das Unternehmen blockiere den Prozess gezielt. Seit mehr als zwei Jahren kämpfen die Beschäftigten um eine Interessenvertretung.
Das Arbeitsgericht Köln erließ kürzlich einen einstweiligen Beschluss, der Malta Air vorläufig von der Pflicht entbindet, Mitarbeiterlisten herauszugeben. Diese Unterlagen sind jedoch entscheidend, um festzulegen, wer wahlberechtigt ist oder kandidieren darf. Ohne sie kann der Wahlvorstand nicht weiterarbeiten.
Verdi wirft der Airline vor, mit juristischen Drohungen den Prozess zu behindern. Berichten zufolge habe Malta Air Mitglieder des Wahlvorstands vor möglichen Schadensersatzklagen gewarnt. Die Gewerkschaft sieht darin ein Muster, das sich auch an anderen Ryanair-Standorten zeigt, wo ähnliche Hindernisse aufgetaucht sind. Der Streit zieht sich bereits seit Anfang 2022 hin – die Beschäftigten in Köln warten noch immer auf einen Betriebsrat. Verdi besteht darauf, dass das deutsche Betriebsverfassungsgesetz so angewandt werden muss, dass es den modernen Arbeitsrealitäten gerecht wird. Eine endgültige Entscheidung wird nun in der Hauptverhandlung im September erwartet.
Durch den einstweiligen Beschluss bleibt das Wahlverfahren vorerst blockiert. Verdi drängt weiterhin auf Zugang zu den benötigten Unterlagen. Das Ergebnis der September-Verhandlung wird zeigen, ob die Beschäftigten endlich ihre Vertreter wählen können.