15 March 2026, 08:27

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Vier Personen stehen zusammen auf einem roten Teppich, lächeln und posieren für ein Foto, mit einem 'Liberty Justice for All Awards'-Schild im Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020, ist mit dem Internationalen Karlspreis in Aachen ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime in ihrer Heimat. Ihr Weg von der Haft ins Exil hat weltweit Aufmerksamkeit auf den Kampf um Demokratie in Belarus gelenkt.

Kalesnikava war im September 2020 in Minsk festgenommen worden, nachdem sie Proteste gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl in Belarus angeführt hatte. Ein Jahr später wurde sie wegen ihrer Rolle in der Oppositionsbewegung zu elf Jahren Haft verurteilt.

2022 ging der Karlspreis an die Führungspersönlichkeiten der belarussischen Opposition von 2020, darunter Kalesnikava, für ihren Widerstand gegen den Autoritarismus. Der seit 1950 verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten, die sich für die europäische Einheit und demokratische Werte einsetzen.

Nach mehr als fünf Jahren in Haft wurde Kalesnikava im Dezember 2025 auf internationalen Druck – auch seitens der USA – freigelassen. Sie reiste nach Berlin, wo ihr politisches Asyl gewährt wurde. Im März 2026 nahm sie persönlich in Aachen den Karlspreis entgegen. In ihrer Rede erinnerte sie an ihre Zeit im Gefängnis, in der sie Jahre mit Lesen verbracht hatte, und rief europäische Führungspersönlichkeiten auf, gemeinsam für die Verteidigung der Freiheit einzustehen.

Kalesnikavas Auftritt in Aachen markiert ihren ersten großen öffentlichen Auftritt seit ihrer Ausreise aus Belarus. Ihre Anwesenheit bei der Preisverleihung unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen, mit denen Oppositionsfiguren im Exil konfrontiert sind. Die Zeremonie diente zugleich als Mahnung für den weiteren Kampf um Demokratie in Osteuropa.

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