14 March 2026, 12:31

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein weißes Papier mit den Worten "Ukraine steht für Freiheit auf, steht mit Ukraine" liegt vor einer gelben Fahne auf dem Boden. Auf der rechten Seite befindet sich eine Plastikhülle mit verschiedenen Gegenständen.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der pro-demokratischen Bewegung in Belarus, ist mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihren jahrelangen Widerstand gegen das autoritäre Regime von Alexander Lukaschenko. Die Preisverleihung fand in der Krönungshalle zu Aachen statt – nach fünf Jahren Haft.

Kolesnikowa war 2020 erstmals inhaftiert worden, weil sie an Massenprotesten für freie Wahlen in Belarus teilgenommen hatte. Ihre Haft dauerte bis Dezember 2025 an, als Lukaschenkos Regierung im Rahmen diplomatischer Manöver 123 politische Gefangene freiließ. Obwohl ihr Name nicht offiziell auf der Liste der Entlassenen stand, bestätigten Berichte ihre Freilassung um diese Zeit.

Nach ihrer Entlassung gewährte Deutschland Kolesnikowa politisches Asyl. Diese Entscheidung fiel in eine Phase, in der Lukaschenko versuchte, die Spannungen mit westlichen Staaten zu entschärfen – sogar eine von den USA initiierte Friedensinitiative unterstützte er Anfang 2026. Dennoch hielt die Unterdrückung im Innern an, was den Internationalen Strafgerichtshof im März 2026 dazu veranlasste, Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch das Regime einzuleiten.

Die Verleihung des Karlspreises erfolgte am Samstag in Aachen. Die Veranstalter lobten Kolesnikowas "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für die Demokratie trotz jahrelanger Inhaftierung. Belarus bleibt unter der strengen Kontrolle Lukaschenkos, der enge Bindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin pflegt.

Kolesnikowa lebt mittlerweile unter Asylschutz in Deutschland. Der Karlspreis unterstreicht ihren anhaltenden Einsatz für demokratische Reformen in Belarus. Gleichzeitig sieht sich Lukaschenkos Regierung mit wachsender internationaler Kritik an ihrer Menschenrechtsbilanz konfrontiert.

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