Megumis Film Fujiko feiert Erfolge und bricht mit japanischen Klischees
Dragan ZimmerMegumis Film Fujiko feiert Erfolge und bricht mit japanischen Klischees
Die japanische Schauspielerin und Produzentin Megumi sorgt mit ihrem neuesten Film Fujiko für Furore – ein in den 1970er- und 80er-Jahren in Shizuoka spielendes Drama, das die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter erzählt, die in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs um persönliche Freiheit kämpft. Vier Jahre arbeitete Megumi an dem Projekt, das von der eigenen Familiengeschichte inspiriert ist. Selten in der japanischen Filmbranche übernimmt sie dabei nicht nur die Hauptrolle, sondern zeichnet auch als Produzentin verantwortlich – eine ungewöhnliche Doppelfunktion.
Den Anstoß für Fujiko gab eine alarmierende Statistik: Japan belegt weltweit den letzten Platz beim Selbstwertgefühl von Frauen. Megumi wollte mit dem Film japanische Frauen ermächtigen und verband persönliche Erzählstränge mit gesamtgesellschaftlichen Themen. Das Drama, das Mutterschaft und Unabhängigkeit thematisiert, wurde kürzlich mit dem Goldenen Maulbeer-Publikumspreis sowie einer geteilten Black-Dragon-Jury-Auszeichnung der Presse beim 28. Far East Film Festival in Udine prämiert.
In den Hauptrollen glänzen unter anderem Yuki Katayama, Lily Franky, You, Issey Ogata, Kayoko Kishimoto und Tsuyoshi Ujiki. Die internationalen Vertriebsrechte liegen bei SC Films Intl., was die globale Reichweite des Projekts unterstreicht. Megumis Schaffen beschränkt sich jedoch nicht auf Fujiko: Ihre unskriptierte Netflix-Serie Badly in Love brach Streaming-Rekorde und bescherte ihr einen Mehrjahresvertrag für neue Inhalte.
Aktuell entwickelt sie als Produzentin zwei noch unbetitelte Projekte – eines handelt von einem Mann mittleren Alters und seiner Beziehung zu seiner Tochter, das andere greift ihre schmerzhafteste Lebenserfahrung auf. Zu ihren bisherigen schauspielerischen Arbeiten zählen The Stormy Family, One Night, The Blood of Wolves, The Naked Director sowie Ōoku: The Inner Chambers.
Japans wachsender Einfluss in der Filmwelt zeigte sich auch beim Cannes Film Market 2023, wo das Land als Ehrengast ausgezeichnet wurde. Drei japanische Produktionen konkurrierten um die Goldene Palme und unterstrichen damit die internationale Strahlkraft des japanischen Kinos. Fujiko hat bereits Kritikerlob geerntet und Preise beim Far East Film Festival gewonnen. Megumis Doppelfunktion als Schauspielerin und Produzentin macht sie zu einer einzigartigen Stimme in Japans Filmszene – eine Position, die bisher kein anderer innehat. Ihre kommenden Projekte und ihr anhaltender Erfolg weisen den Weg für eine mutige, globale Erzählweise des japanischen Kinos.
