06 February 2026, 04:57

Mönchengladbach plant 1.310 neue Ganztagsplätze bis 2026 – doch das Geld fehlt

Eine Schule mit einem vor ihr geparkten Auto, das eine Tür, Fenster und ein Schild "Willkommen in einer kinderfreundlichen Schule" hat, umgeben von Topfpflanzen, Bäumen, Menschen, Pfählen, Drähten und einem bewölkten Himmel.

Mönchengladbach plant 1.310 neue Ganztagsplätze bis 2026 – doch das Geld fehlt

Mönchengladbach treibt die Pläne zum Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder entschlossen voran. Bis 2026 sollen 1.310 neue Plätze entstehen, darunter auch an der Annaschule, die umgestaltet wird. Doch finanzielle und logistische Hürden bleiben bestehen. Über den Vorschlag stimmen die Verantwortlichen Anfang März ab, wobei die Stadt mehr Landesförderung fordert, um die steigenden Kosten zu decken.

Der Jugendhilfeausschuss und der Stadtrat Mönchengladbachs entscheiden am 4. März über das Konzept der Offenen Ganztagsschule (OGS). Bei einer Zustimmung würde das Programm bis zum Schuljahr 2026/27 eine Ganztagsbetreuung für 75 Prozent der Erstklässler – etwa 2.175 Kinder – garantieren. Bestehende Schüler in der Offenen Ganztagsbetreuung behalten ihre Plätze während der Umstellungsphase.

Um die Expansion zu ermöglichen, baut die Stadt Schulen wie die Annaschule um. Dazu gehören neue Küchen, Mensen und Mehrzweckräume, die den längeren Betreuungszeiten gerecht werden. Mönchengladbach geht damit in Nordrhein-Westfalen voran, wenn es um die flächendeckende Einführung der Ganztagsbetreuung für die Klassen eins bis vier geht.

Doch die Herausforderungen sind groß: Die jährlichen Kosten für die 1.310 neuen Plätze übersteigen eine Million Euro, und die Stadt betont, die Last nicht allein tragen zu können. Gemeinsam mit neun anderen Kommunen, darunter Düsseldorf und Köln, führt sie deshalb Rechtsstreitigkeiten mit dem Land über die Finanzierung. Zwar gibt es Bundeszuschüsse, doch viele Städte klagen, dass das Geld sie nie erreicht. Landesweite Umfragen zeigen, dass 62 Prozent der Schulleitungen bis zum nächsten Jahr mit Ganztagsangeboten rechnen – Personalmangel und Platzprobleme bremsen jedoch den Fortschritt aus.

Düsseldorf hat mit einem modularen System bereits etwa 85 Prozent Abdeckung erreicht, doch Mönchengladbach setzt auf umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen. Die bundesweite rechtliche Verpflichtung zur Ganztagsbetreuung beginnt 2026/27 für Erstklässler und wird bis 2029/30 auf alle Grundschuljahre ausgeweitet. Bis dahin müssen Städte wie Mönchengladbach ehrgeizige Pläne mit begrenzten Ressourcen in Einklang bringen.

Die Abstimmung am 4. März wird entscheiden, ob das Vorhaben vorankommt. Bei einem Erfolg würde die Stadt Hundert neue Ganztagsplätze schaffen – und gleichzeitig den Druck auf das Land erhöhen, mehr finanzielle Unterstützung bereitzustellen. Das Ergebnis könnte wegweisend für andere Kommunen sein, die mit ähnlichen Forderungen kämpfen.