Münsters Innenstadt: Streit um Fußgängerzone und Leerstände spaltet Händler und Politik
Georgine MansMünsters Innenstadt: Streit um Fußgängerzone und Leerstände spaltet Händler und Politik
Kürzliche Gesprächsrunde brachte Münsters Unternehmer und Politiker an einen Tisch
Bei einem jüngsten Treffen kamen lokale Unternehmer und Politiker zusammen, um über die Zukunft der Münsteraner Innenstadt zu diskutieren. Die unter dem Motto „Wirtschaft trifft Politik“ stehende Veranstaltung drehte sich vor allem um Grundsteuern und einen umstrittenen Vorschlag, die Wilhelm-Bockelmann-Straße in eine Fußgängerzone umzuwandeln. Die Stimmung war angespannt, da Händler den Plan scharf kritisierten – sie befürchten, dass er die Kundenfrequenz eher verringern als steigern würde.
Die Aktionsgemeinschaft Münster (AGM) hatte die Runde organisiert, bei der die wachsende Zahl von Leerständen im Zentrum im Mittelpunkt stand. AGM-Vorsitzende Maria Plaschka übt scharfe Kritik an dem SPD-Vorstoß: Der Plan sei ohne Abstimmung mit wichtigen Akteuren entstanden und entbehre einer klaren Strategie. Gleichzeitig regte sie die Einrichtung eines Förderfonds an, der neuen Einzelhändlern in Zeiten von Haushaltskürzungen vorübergehend die Mietkosten übernehmen könnte.
Die Unternehmer lehnten den SPD-Plan, einen Abschnitt der Wilhelm-Bockelmann-Straße für den Verkehr zu sperren, entschieden ab. Statt Einschränkungen zu schaffen, müsse es darum gehen, mehr Besucher in die Stadt zu locken, hieß es. SPD-Vertreter Marco Tews zeigte sich daraufhin kompromissbereit: Um die Händler nicht zu verprellen, zog er den Vorschlag zurück und kündigte an, sich stattdessen auf Maßnahmen zur Steigerung der Kundenfrequenz zu konzentrieren.
Trotz der kontroversen Debatten zog Plaschka eine positive Bilanz: Der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik sei wieder in Gang gekommen, und die Stadtverwaltung signalisiere Gesprächsbereitschaft. Die AGM schlug zudem vor, dass sich die städtische Marketing-Arbeitsgruppe stärker auf Wirtschaftsförderung und zielgruppengerechte Werbung ausrichten solle.
Dr. Carsten Emmann, selbst Unternehmer und Stadtrat, betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Vertretung der Wirtschaft in lokalen Entscheidungsprozessen. Seine Äußerungen unterstrichen den allgemeinen Appell nach einer engeren Zusammenarbeit zwischen Handel und Kommunalpolitik.
Der Fußgängerzonen-Plan ist vorerst vom Tisch, doch die Diskussionen über die Belebung der Münsteraner Innenstadt gehen weiter. Im Fokus bleiben die Idee eines Förderfonds sowie die neu belebte Kooperation zwischen Unternehmen und Stadtverwaltung. Die nächsten Schritte werden davon abhängen, wie beide Seiten die Herausforderungen von Leerständen und sinkender Kundenfrequenz gemeinsam angehen.






