04 February 2026, 21:23

Neue Leitlinien: Warum der PSA-Test für Männer ab 40 lebenswichtig wird

Eine Abbildung der männlichen Geschlechtsorgane mit "Prostata" und "BPH" beschriftet, die die Stadien von Prostatakrebs in verschiedenen Blauschattierungen zeigt.

Wann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - Neue Leitlinien: Warum der PSA-Test für Männer ab 40 lebenswichtig wird

Prostatakrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Männern und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Dennoch nehmen weniger als einer von fünf Männern unter 60 Jahren regelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teil, wie aktuelle Zahlen zeigen. Neue Leitlinien setzen nun den Schwerpunkt auf den PSA-Test als primäre Methode zur Früherkennung und ersetzen damit ältere Verfahren wie manuelle Tastuntersuchungen.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Nutzung von PSA-Tests in Deutschland leicht zurückgegangen. Während 2021 noch etwa 12–15 % der Männer über 50 den Test durchführen ließen, sank dieser Anteil bis 2025 auf rund 10–12 %. Die Veränderung folgt aktualisierten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie, die nun zu einer selektiveren Testung rät. Viele Männer meiden Vorsorgeuntersuchungen nach wie vor – auch wegen der Unannehmlichkeiten, die mit Eingriffen wie der digitalen rektalen Untersuchung verbunden sind.

Die neuen Leitlinien empfehlen Männern, ihren ersten PSA-Test Mitte 40 durchzuführen, um einen Basiswert zu ermitteln. Ein Wert von 1,5 oder darunter bedeutet, dass der nächste Test erst in fünf Jahren nötig ist, während Werte zwischen 1,5 und 3 alle zwei Jahre kontrolliert werden sollten. Jeder Wert über 3 oder ein rascher PSA-Anstieg erfordert weitere Abklärungen, da dies auf Prostatakrebs hindeuten könnte.

Doch nicht nur die Prostata ist betroffen: Auch in anderen Teilen des Harntrakts, etwa in Blase, Nieren oder Hoden, können sich Tumore entwickeln. Diese zeigen oft lange keine Symptome, was regelmäßige urologische Kontrollen umso wichtiger macht. Dennoch suchen nur etwa 17 % der Männer regelmäßig einen Urologen auf, wie die Deutsche Krebshilfe berichtet.

Der Fokus auf PSA-Tests soll die Früherkennung verbessern und unnötige Eingriffe reduzieren. Dennoch bleiben die Vorsorgequoten niedrig – viele riskieren so eine späte Diagnose. Gesundheitsexperten betonen weiterhin, wie entscheidend regelmäßige Untersuchungen sind, um Krebs zu erkennen, bevor er Beschwerden verursacht.