30 March 2026, 08:35

NRW beschleunigt Kohleausstieg mit neuen Gaskraftwerken bis 2030

Balkendiagramm, das den Stromertrag der Bundesländer nach Energiequellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

NRW beschleunigt Kohleausstieg mit neuen Gaskraftwerken bis 2030

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat die bundesweite Kraftwerksstrategie nach monatelangen Verzögerungen begrüßt. Der Plan, der ursprünglich früher beschlossen werden sollte, war durch den Zusammenbruch der Ampelkoalition auf Bundesebene ins Stocken geraten. Nun werden Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke für nächstes Jahr erwartet, mit dem Ziel, die Kohlekraftwerke der Region bis 2030 zu ersetzen.

Die Strategie sieht Ausschreibungen für mindestens acht Gigawatt moderner Gaskraftwerkskapazität vor. Davon könnten allein fünf Gigawatt auf Nordrhein-Westfalen entfallen, wo derzeit sieben Anlagen in Planung sind. Bisher wurde nur ein Standort explizit genannt – Hamm –, wo das Projekt des Energieunternehmens Trianel möglicherweise eine Beteiligung der BKW vorsieht.

Die lange Unsicherheit hatte Zweifel aufkommen lassen, ob das Land den Zeitplan für den Kohleausstieg noch einhalten kann. Bis zum 15. August nächsten Jahres muss die Bundesregierung das Kohleausstiegsgesetz überprüfen und die Stilllegungspläne für Braunkohlekraftwerke bestätigen. Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete die Entscheidung als einen "großen Schritt vorwärts" für die Energiewende in der Region.

Energieunternehmen wie Uniper, RWE und Steag Iquoni haben positiv auf die Ankündigung reagiert. Sie sehen in der Strategie ein grünes Licht für ihre eigenen Gaskraftwerksprojekte. Allerdings müssen die Koalitionsvereinbarungen noch in Gesetzesform gegossen und von der EU genehmigt werden, bevor es konkret weitergeht.

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Die Kraftwerksstrategie legt einen Zeitplan für die Ausschreibungen im Jahr 2025 und den Beginn des Kohleausstiegs ab dem 1. April 2030 fest. Die Landesregierung fördert Investitionen in die Energieinfrastruktur bis 2027 mit finanziellen Anreizen. Doch wie die Reaktionen vor Ort ausfallen und welche weiteren Standorte geplant sind, bleibt imlaufenden Prozess noch unklar.

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