24 February 2026, 07:20

NRW bremst Wasserkraft aus – trotz Klimazielen und Potenzial an Flüssen

Ein Fluss fließt durch ein grünes Feld mit Stromleitungen, Gras, Pflanzen und Bäumen im Vordergrund, mit Bergen und Himmel im Hintergrund.

Verband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - NRW bremst Wasserkraft aus – trotz Klimazielen und Potenzial an Flüssen

Nordrhein-Westfalen: Kaum Fortschritt bei Wasserkraft 2025 – trotz Klimazielen

Trotz ehrgeiziger Klimavorgaben verzeichnete Nordrhein-Westfalen (NRW) im Jahr 2025 kaum Wachstum im Bereich der Wasserkraft. Lediglich ein kleines Kraftwerk nahm im vergangenen Jahr den Betrieb auf – ein deutlicher Kontrast zum Bundestrend. Branchenexperten warnen, dass bürokratische Hürden und politische Entscheidungen die Entwicklung des Sektors ausbremsen.

Bundesweit entstanden zwischen 2021 und 2025 rund 250 Mini-Wasserkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils unter 1 Megawatt. Den Höhepunkt gab es 2023 mit etwa 70 Neuanlagen. In NRW jedoch kam der Ausbau fast zum Erliegen: 2025 ging kein einziges konventionelles Wasserkraftwerk ans Netz, und nur eine Minianlage in Düren nahm mit bescheidenen 26 Kilowatt Leistung den Betrieb auf.

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Ende 2025 verfügte NRW über 517 Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von knapp 191 Megawatt. Viele dieser Anlagen nutzen bestehende Wehre, wo ihre Installation oft sogar die Ökosysteme der Flüsse verbessert. Doch der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) berichtet, dass neue Projekte zunehmend an unüberwindbaren Verzögerungen scheitern. Genehmigungsverfahren ziehen sich über Jahre hin, während Naturschutzverbände und Behörden Entwicklungen häufig blockieren.

LEE-NRW-Vorsitzender Hans-Josef Vogel kritisierte den Stillstand als wirtschaftlich unsinnig und im Widerspruch zu den Energiezielen des Landes. Er verwies auf potenzielle Standorte an Flüssen wie Lippe, Rur und Werre, wo neue Anlagen gebaut werden könnten. Zudem äußerte der Verband Bedenken gegenüber dem Entwurf der NRW-Wasserstrategie, der eine beschleunigte Beseitigung von Wehren und anderen Querbauwerken vorsieht – was künftige Wasserkraftpotenziale weiter schmälern könnte.

Die Wasserkraft in NRW bleibt damit auf dem Stand: 2025 ging nur eine neue Anlage in Betrieb. Die 517 bestehenden Kraftwerke erzeugen zwar weiterhin Strom, doch lange Genehmigungsverfahren und politische Streitigkeiten blockieren weiteres Wachstum. Ohne Kurskorrektur gefährdet diese Entwicklung nicht nur die Erneuerbare-Energien-Ziele, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität der Region.