NRW-CDU fordert von Berlin mehr Taten statt leere Ankündigungen
In der nordrhein-westfälischen CDU wächst die Frustration über die Leistung der Bundesregierung. Parteimitglieder im Land werfen Berlin vor, statt Ergebnisse zu liefern, sich auf Ankündigungen und interne Streitigkeiten zu konzentrieren. Angesichts des bevorstehenden Bundesparteitags in Stuttgart fordern lokale Führungskräfte klarere Handlungen und schnellere Reformen.
Der NRW-Landesverband hat ein 11-Punkte-Paket vorgelegt, das unter anderem eine harte Linie gegen Sozialbetrug vorsieht. Viele hoffen, dass der Parteitag beweist, dass die CDU auf Bundesebene effektiv führen kann – etwas, das die Landesregierung unter Hendrik Wüst ihrer Meinung nach bereits unter Beweis gestellt hat.
Die Unzufriedenheit reicht bis in die Heimatregion von Kanzler Friedrich Merz, das Sauerland. Lokale Parteimitglieder kritisieren seine Führung und argumentieren, dass interne Machtkämpfe in Berlin echten Fortschritt überlagern. Paul Ziemiak, der Generalsekretär der NRW-CDU, hat sich wiederholt für zügigere Reformen ausgesprochen. Er verweist auf die Erfolge des Landes unter Wüst als Beleg dafür, dass wirksames Regieren möglich ist.
Einer der markantesten Vorschläge aus NRW ist ein Antrag mit dem Titel "Konsequenter gegen Sozialbetrug vorgehen". Darin wird vorgeschlagen, das Kindergeld an die Lebenshaltungskosten in dem EU-Land anzupassen, in dem das Kind lebt. Dies spiegelt einen breiteren Trend zu strengeren Sozialpolitiken wider, wobei nicht alle Ideen innerhalb der Partei auf uneingeschränkte Zustimmung stoßen.
Ministerpräsident Wüst hält sich jedoch von einigen umstrittenen Reformvorschlägen fern. Dazu gehören Ideen wie "Teilzeitarbeit nach Lebensgefühl", zahnärztliche Versorgung ohne Versicherungsbeiträge oder die 48-Stunden-Woche – Vorstöße, die vom Mittelstandsverband der CDU stammen. Sein zurückhaltender Kurs steht im Kontrast zu den forscheren Tönen aus Teilen der Landespartei.
Für viele in NRW haben lokale Themen Vorrang vor Bundespolitik. Der Fokus liegt darauf, was die Landesregierung erreichen kann, nicht auf den Debatten in Berlin. Doch mit dem nahenden Stuttgarter Parteitag verbindet sich die gemeinsame Hoffnung, dass die CDU ihre Handlungsfähigkeit auf Bundesebene unter Beweis stellt.
Das 11-Punkte-Programm der NRW-CDU wird auf dem Bundesparteitag im Februar 2026 offiziell beraten. Die Vorschläge unterstreichen eine klare Forderung nach strengeren Sozialregeln und effizienterer Regierungsführung. Ob diese Maßnahmen bundesweit auf Resonanz stoßen, hängt von den Ergebnissen des Parteitags ab – und davon, ob es der Partei gelingt, ihre internen Gräben zu überwinden.






