09 June 2026, 14:31

NRW führt umstrittenen Öko-Leitfaden für Freiflächen-Solaranlagen ein

NRW: Leitlinie für Ausgleichsflächen in Freiflächen-Photovoltaikanlagen sorgt für Kritik

NRW führt umstrittenen Öko-Leitfaden für Freiflächen-Solaranlagen ein

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Leitfaden zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen

Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Photovoltaikanlagen vorgelegt. Das vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlichte Dokument führt ein Punktesystem ein, um Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu standardisieren. Kritiker zweifeln jedoch bereits an der wissenschaftlichen Fundierung der Vorgaben.

Der Leitfaden bewertet verschiedene Bereiche einer Solaranlage auf einer Skala von null bis fünf. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – ebenso wie Flächen direkt unter den Solarmodulen.

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Für die Zwischenräume zwischen den Modulreihen fällt die Bewertung je nach angestrebtem Lebensraum unterschiedlich aus. Werden hier bestimmte Standards nicht erfüllt, kann sich dies negativ auf die ökologische Bilanz auswirken. Um die Naturverträglichkeit zu erhöhen, empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern sowie eine Mindesthöhe der Modultische von 0,8 Metern.

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW hat die wissenschaftliche Grundlage des Leitfadens infrage gestellt. Die Bewertung der Flächen unter und zwischen den Modulen sei zu niedrig angesetzt, so die Kritik. Dies geschieht zu einer Zeit, in der das Land seinen Solarausbau bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt vorantreiben will – wobei Freiflächenanlagen eine zentrale Rolle spielen sollen.

Die neuen Richtlinien zielen darauf ab, ökologische Bewertungen von Solarparks künftig einheitlich zu gestalten. Sollten sie umgesetzt werden, werden sie maßgeblich beeinflussen, wie Projektentwickler künftige Anlagen planen und ausgleichen. Die Debatte über die wissenschaftliche Belastbarkeit der Kriterien deutet jedoch darauf hin, dass weitere Diskussionen folgen könnten.

Quelle