NRW kämpft mit neuem Förderprogramm gegen den akuten Hausärztemangel
Gordon AdlerNRW kämpft mit neuem Förderprogramm gegen den akuten Hausärztemangel
Nordrhein-Westfalen plant neues Förderprogramm gegen den wachsenden Hausärztemangel
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat im Gesundheitsausschuss des Landtags eine Initiative vorgestellt, mit der vor allem medizinische Versorgungszentren in unterversorgten Regionen gestärkt werden sollen. Eine endgültige Entscheidung über das Programm wird noch vor Weihnachten erwartet.
Das Gesundheitsministerium reagiert damit auf eine sich verschärfende Krise in der hausärztlichen Versorgung. Schon jetzt haben viele Patientinnen und Patienten Schwierigkeiten, Termine bei Haus- oder Fachärzten zu bekommen – mit teils monatelangen Wartezeiten. Die Situation könnte sich weiter zuspitzen, da in den kommenden Jahren eine große Zahl von Ärztinnen und Ärzten in den Ruhestand geht.
Besonders profitieren sollen ländliche und strukturschwache Gebiete wie der Hochsauerlandkreis, Siegen-Wittgenstein, Teile des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie die Kreise Höxter und Steinfurt. Diese Regionen gelten offiziell als unterversorgt und könnten durch die neuen Förderrichtlinien besseren Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gelten als Teil der Lösung: Sie ziehen jüngere Ärztinnen und Ärzte an, indem sie fest angestellte Positionen und flexible Teilzeitmodelle bieten. Allerdings müssen sowohl kommunale als auch private Träger die Förderkriterien erfüllen – trotz Bedenken Laumanns gegenüber gewinnorientierten Investoren in diesem Bereich. Das Ministerium arbeitet derzeit an den finalen Richtlinien, um den Aufbau von MVZ in besonders betroffenen Gebieten finanziell zu unterstützen.
Ziel des Förderprogramms ist es, die überlasteten Hausarztpraxen zu entlasten und einen weiteren Rückgang der lokalen Versorgung zu verhindern. Bei einer Zustimmung würde es einen gezielten Schritt darstellen, um die ärztliche Versorgung in den am stärksten von Ärztemangel betroffenen Regionen zu sichern. Der Start des Programms ist in den kommenden Monaten geplant.