NRW-Minister Krischer will Energiekosten senken und Ölabhängigkeit bremsen
Ignaz KreuselSteigende Preise: NRW-Minister fordert Abschaffung der Stromsteuer - NRW-Minister Krischer will Energiekosten senken und Ölabhängigkeit bremsen
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer schlägt umfassende Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten und Verringerung der Ölabhängigkeit vor
Oliver Krischer, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, hat ein weitreichendes Paket vorgelegt, um die Energiekosten zu entlasten und die Abhängigkeit von Öl zu verringern. Sein Plan sieht unter anderem eine Senkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestmaß sowie die Nutzung der nationalen Ölreserven zur Preisstabilisierung vor. Die Vorschläge kommen zu einer Zeit, in der die globalen Ölmärkte durch die jüngsten Konflikte im Nahen Osten schwer erschüttert sind.
Seit Ende Februar 2026 ist der Preis für Brent-Rohöl auf über 80 Dollar pro Barrel gestiegen, nachdem US-amerikanische und israelische Angriffe iranische Attacken auf Ölanlagen ausgelöst hatten. Die Eskalation hat den Tankerverkehr in der Straße von Hormus zum Erliegen gebracht und die Kraftstoffpreise in Europa auf ein Niveau getrieben, wie es seit Mitte 2024 nicht mehr verzeichnet wurde.
Krischers Forderung nach einer niedrigeren Stromsteuer kommt vor dem Hintergrund eines gebrochenen Wahlversprechens von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Koalitionsregierung hatte die Steuer zwar bereits für die Industrie gesenkt, Pläne für eine Ausweitung der Entlastung auf alle Verbraucher und Unternehmen jedoch fallen lassen.
Der Minister forderte zudem eine strengere Kontrolle der Energiepreise. Er will, dass die Kartellbehörde überhöhte Aufschläge unterbindet, um sicherzustellen, dass Verbraucher faire Tarife zahlen. Gleichzeitig lehnte er Forderungen nach einem neuen Spritrabatt ab und argumentierte, dass frühere Programme keine nachhaltige Entlastung gebracht hätten.
Beim Thema Öl schlug Krischer vor, die deutschen nationalen Reserven anzuzapfen, um Preisspitzen abzufedern und die Abhängigkeit von autokratischen Ölproduzenten zu verringern. Seine Kritik richtete sich auch gegen die jüngsten Rücknahmen der Bundesregierung bei erneuerbaren Energien und der Gebäudemodernisierung, die er als kurzsichtig bezeichnete.
Die aktuelle Ölkrise erinnert an die Spannungen von 2019, als die US-iranischen Auseinandersetzungen fast in einen Krieg gemündet hätten und die Preise in die Höhe schnellen ließen. Doch die heutigen Risiken sind größer: Experten warnen, dass bis zu 20 Prozent der globalen Ölversorgung blockiert werden könnten. Die Straße von Hormus bleibt ein Pulverfass, und Analysten rechnen mit anhaltender Volatilität, sollte sich der Konflikt weiter ausweiten.
Krischers Vorschläge zielen darauf ab, Verbraucher vor steigenden Energiekosten zu schützen und gleichzeitig den Umstieg Deutschlands auf erneuerbare Energien zu beschleunigen. Falls umgesetzt, könnten die Maßnahmen die Stromrechnungen senken und die Anfälligkeit für instabile Ölmärkte verringern. Die Bundesregierung hat auf seine Forderungen nach Handlungsbedarf bisher noch nicht reagiert.






