NRW-Polizei setzt auf Open-Source-Intelligenz gegen digitale Kriminalität
Gordon AdlerNRW-Polizei setzt auf Open-Source-Intelligenz gegen digitale Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei setzt auf Open-Source-Intelligenz
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen baut ihre digitalen Fähigkeiten massiv aus – mit einem großen Schwerpunkt auf Open Source Intelligence (OSINT). Ziel der Initiative ist es, die Ermittlungsbehörden besser darin zu unterstützen, öffentlich zugängliche Daten aus dem Internet zu sammeln und auszuwerten. Kernstücke des Vorhabens sind ein neues Schulungsprogramm und der Ausbau spezialisierter Teams.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat unter der Leitung von Fabian Coenen eine eigene OSINT-Abteilung aufgebaut. Was einst mit zwei Mitarbeitern begann, ist heute eine 16köpfige Einheit, in der IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler zusammenarbeiten. Ihre Aufgaben umfassen die Koordination von Bürgerbeteiligung, die Vernetzung der Sicherheitsbehörden und die Sicherstellung einheitlicher Standards im gesamten Bundesland.
Die OSINT-Einheit des LKA arbeitet eng mit sechs Spezialermittlungsgruppen zusammen, die zum Staatsschutz in Deutschland gehören. Diese Teams liefern schnelle Fachkompetenz und unterstützen bei der Aufklärung politisch motivierter Straftaten mithilfe digitaler Ermittlungsmethoden.
Ein zentraler Baustein des Programms ist die Ausbildung. Am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) leitet der 37-jährige Dozent Marc Restemeyer einen strukturierten Zehn-Module-Kurs. Dort lernen neue LKA-Mitarbeiter und Beamte der regionalen Digitalstreifen (Digital Patrols), wie sie Daten aus sozialen Medien und anderen öffentlich zugänglichen Quellen gewinnen und analysieren.
Zu den neuen Fachkräften gehört Laura Ellrich, eine 28-jährige Polizistin, die 2022 zur Staatsschutzabteilung des LKA stieß. Mittlerweile arbeitet sie in Coenens Team und wendet OSINT-Techniken in der Praxis an.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Beweismittel sammelt und nutzt. Mit geschultem Personal, spezialisierten Einheiten und einem zentralen Ausbildungssystem ist die Behörde nun besser gerüstet, um die digitalen Aspekte von Kriminalität zu bekämpfen. Die Initiative steht für den größeren Trend, die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalisierten Welt zu modernisieren.
