NRW-Schulen schließen wegen Glatteis – Eltern und Schüler fordern bessere Kommunikation
Ignaz KreuselEltern fordern frühere Informationen zu Schulschließungen in NRW - NRW-Schulen schließen wegen Glatteis – Eltern und Schüler fordern bessere Kommunikation
Schulen in Nordrhein-Westfalen stellen wegen extremer Glatteiswarnung auf Fernunterricht um
Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) wechselten am Montag aufgrund schwerer Glatteiswarnungen zum Fernunterricht. Die Landesregierung gab die Schließungen am Sonntagabend bekannt – für viele Eltern kam die Ankündigung so spät, dass sie kurzfristig nach Kinderbetreuungslösungen suchen mussten. Während die Behörden die Maßnahme als notwendig für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler verteidigten, mehren sich Kritik an der späten Bekanntgabe und der Frage, wie solche Schließungen künftig kommuniziert werden sollen.
Die Landesregierung erließ die Anweisung erst spät am Sonntag und begründete sie mit extremen Wetterbedingungen. Alle Schulen in NRW wurden angewiesen, für einen Tag zu schließen; der Präsenzunterricht wurde durch digitalen Unterricht ersetzt. Die Verantwortlichen betonten, dass der Schutz der Kinder im Vordergrund stehe, angesichts der gefährlichen Glatteisbildung in der gesamten Region.
Das Schulministerium behauptete, die Schulen seien bereits am Freitag über mögliche Schließungen informiert worden. Elternverbände und Elternvertreter kritisierten jedoch, dass diese Informationen unverzüglich an die Familien hätten weitergegeben werden müssen. Josephine Behrens, Vorsitzende des Landeselternverbandes Grundschule, forderte, dass Eltern das gleiche Vorlaufwissen erhalten sollten wie die Schulen. Zudem müsse die Kommunikation in Zukunft verbessert werden, um kurzfristige Umstellungen zu vermeiden. Besonders betroffen waren berufstätige Eltern, die durch die späte Ankündigung kaum Zeit hatten, eine alternative Betreuung zu organisieren. Während die meisten Schulen die Vorgaben umsetzten, boten laut Berichten einige Grundschulen entgegen der Pflicht keine Notbetreuung an.
Die Debatte hat auch Schülervertreterinnen und -vertreter auf den Plan gerufen. Die neu gewählte Landesschülersprecherin Lina Zeeh forderte, dass Schüler bei wichtigen Entscheidungen – insbesondere in Fragen, die ihre Bildung betreffen – stärker einbezogen werden. Ihre Äußerungen passen in eine breitere Diskussion in Sachsen, wo die SPD bis 2026 Reformen anstrebt, um die Mitbestimmung von Schülern in Schulangelegenheiten zu erhöhen.
Die plötzlichen Schulschließungen offenbarten Lücken in der Kommunikation bei wetterbedingten Störungen. Eltern und Schülervertretungen drängen nun auf frühzeitigere Warnungen und mehr Mitsprache bei Entscheidungen. Das Schulministerium hat die Bedenken zur Kenntnis genommen, betont aber, dass die Sicherheit in solchen Situationen oberste Priorität habe.