25 January 2026, 18:53

NRW-Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt akut

Eine große Lebenseiche steht majestätisch in der Mitte eines Waldes, ihr stabiler Stamm und die raue Rinde tragen grüne Blätter, die sich dem Himmel entgegenstrecken.

NRW-Wälder zeigen erste Erholung – doch die Krise bleibt akut

Wälder in Nordrhein-Westfalen zeigen erste leichte Anzeichen der Besserung, wie aktuelle nachrichten nahelegen. Agrarministerin Silke Gorißen betonte eine vorsichtige Erholung, doch bleiben Sorgen über langfristige Schäden bestehen. Die Erkenntnisse kommen zu einer Zeit, in der die Debatten über Kürzungen bei Fördermitteln und regionale Unterschiede bei der Waldgesundheit zunehmen.

Eine aktuelle Erhebung ergab, dass 29 Prozent der Bäume im Land mittlerweile eine vollständige, gesunde Krone aufweisen – ein Anstieg um 2 Prozentpunkte gegenüber 2024. Allerdings variiert die Situation je nach Baumart stark: Nur 7 Prozent der Eichen verfügen noch über intakte Kronen, während 24 Prozent der Buchen keinerlei Schäden zeigen und weitere 40 Prozent nur leichte Beeinträchtigungen aufweisen.

Südwestfalen bleibt eine der am stärksten betroffenen Regionen Deutschlands, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) feststellte. Die Probleme dort stehen im Kontrast zu den landesweiten Bemühungen, die Wälder wiederaufzubauen. Die Zahl junger, klimaresistenter Bäume steigt, ein Wandel, der durch laufende Waldumbau-Projekte unterstützt wird. Diese Initiativen, die von Ministerin Gorißen und der Landesforstverwaltung vorangetrieben werden, zielen auf die Schaffung gemischter, widerstandsfähiger Wälder ab, die Dürren und Schädlingen besser trotzen.

Trotz Fortschritten ist die politische Lage angespannt. Oppositionspolitiker werfen Gorißen vor, die Krise zu verharmlosen, während die SPD die schwarz-grüne Koalition für die Streichung von 4,3 Millionen Euro im Forst- und Holzwirtschaftshaushalt 2026 scharf kritisiert. Gorißen wiederum forderte mehr Respekt der Bevölkerung für die Wälder und verwies auf Vandalismus und illegale Aktivitäten als anhaltende Bedrohungen.

Die Umweltorganisation NABU arbeitet gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) an Studien, um die Anpassung der Wälder zu beschleunigen. Im Fokus stehen dabei Wasserspeicherung und Artenvielfalt – Ziele, die mit den Landesbemühungen zur Verringerung von Kronenverlichtung und Stärkung der langfristigen Widerstandsfähigkeit einhergehen.

Die jüngsten Daten geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus für die Wälder in Nordrhein-Westfalen, doch bleiben die Herausforderungen groß. Eine nachhaltige Erholung hängt von kontinuierlicher Förderung, klimagerechter Aufforstung und weniger menschlichen Eingriffen ab. Landespolitik und Umweltschützer drängen weiter auf Lösungen, während die Diskussionen über die Bewirtschaftung der Wälder an Schärfe gewinnen.