„Panikherz“ am Thalia Theater: Letzte Vorstellung nach sieben Jahren Kultstatus
Dragan ZimmerLetzte Vorstellung von Stuckrad-Barres 'Panikherz' in der Thalia - „Panikherz“ am Thalia Theater: Letzte Vorstellung nach sieben Jahren Kultstatus
Die Bühnenadaption von Panikherz wird nach sieben Jahren am Hamburger Thalia Theater abgesetzt. Die letzte Vorstellung findet an diesem Montag statt und markiert damit das Ende einer Produktion, die seit ihrer Premiere 2018 über 30.000 Zuschauer begeistert hat. Das Stück basiert auf Benjamin von Stuckrad-Barres autobiografischem Roman und erzählt von seiner Freundschaft mit der Rocklegende Udo Lindenberg.
Die Inszenierung feierte 2018 Premiere – mit einem überraschenden Auftritt Lindenbergs selbst. Auf der Bühne übernahm er eine fast stumme Nebenrolle und beobachtete das Geschehen meist aus der Distanz. Die Theaterfassung entwickelte sich schnell zum Zuschauerliebling und wurde dank ihrer rohen, emotionalen Erzählweise gefeiert.
Regisseur Christopher Rüping, 1985 in Hannover geboren, prägte die Adaption mit seinem markanten, mutigen Stil. Der Absolvent der Hamburger Theaterakademie und der Zürcher Kunsthochschule inszenierte bereits an renommierten Häusern wie den Münchner Kammerspielen und dem Schauspielhaus Zürich. Seine Arbeit an Panikherz am Thalia Theater stach besonders durch die ungewöhnliche Besetzung hervor: Mehrere Schauspieler teilten sich die Rolle des Stuckiman – Lindenbergs Spitzname für Stuckrad-Barre. Rüping, ausgezeichnet unter anderem mit dem Nestroy-Theaterpreis und mehrfach als Regisseur des Jahres von Theater heute, zählt Panikherz dennoch zu seinen nachhaltigsten Projekten. Hier verschmelzen Memoir, Musik und Theater zu einem einzigartigen Erlebnis.
Nach dem finalen Vorhang am Montag endet die lange Laufzeit der Produktion. Ihr Erfolg spiegelt sowohl die anhaltende Faszination des Romans als auch Rüpings dynamische Regie wider. Ob das Thalia Theater eine Wiederaufführung oder Tournee plant, ist bisher nicht bekannt.