Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Warum die Wartelisten immer länger werden
Dragan ZimmerPflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Warum die Wartelisten immer länger werden
Pflegeheime und Seniorenresidenzen in Düsseldorf und Mönchengladbach stehen unter wachsendem Druck, da die Nachfrage nach Pflegeleistungen stetig steigt. Lange Wartelisten sind mittlerweile an der Tagesordnung, und die Zahl der hilfsbedürftigen Menschen wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter anwachsen. Bis 2050, so die Prognosen, könnte die Region ein Drittel mehr pflegebedürftige Personen verzeichnen – insgesamt rund 1,6 Millionen Menschen.
Düsseldorf zählt bereits jetzt zu den Städten in Nordrhein-Westfalen mit dem höchsten Anteil an Langzeitpflegebedürftigen: Jeder Zehnte ist auf solche Leistungen angewiesen. Noch ausgeprägter ist die Situation in Mönchengladbach, wo mehr als jeder zehnte Einwohner Pflegeleistungen erhält. Die industrielle Vergangenheit der Stadt, geprägt von der Textilbranche, hat zu einer überdurchschnittlich alternden Bevölkerung und entsprechend hohem Pflegebedarf beigetragen.
In Einrichtungen wie dem Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach leben viele Bewohner bereits seit Jahren mit Pflegebedarf. Der Personalmangel ist mittlerweile so gravierend, dass einige von ihnen, wie der Bewohner Ewald Overs, gelegentlich bei kleinen Aufgaben mithelfen, wenn sie sich dazu in der Lage fühlen. Um die Lücken zu schließen, wirbt das Caritas-Heim gezielt Pflegekräfte aus dem Ausland an – darunter Abigail Blas, eine Krankenschwester aus den Philippinen. Sie arbeitet nun in der Einrichtung, um Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig ihre Familie in der Heimat zu unterstützen.
Auch in Düsseldorfs Pflegeheimen setzt man zunehmend auf internationale Rekrutierung, um offene Stellen zu besetzen. Doch die Belastung für das System wird sich in den nächsten drei Jahrzehnten weiter verschärfen, da mit einem deutlichen Anstieg pflegebedürftiger Menschen zu rechnen ist.
Der Pflegesektor in der Region steht vor enormen Herausforderungen, und beide Städte suchen verzweifelt im Ausland nach Fachkräften. Die Anwerbung aus Ländern wie den Philippinen bringt zwar kurzfristige Entlastung, doch das grundsätzliche Problem bleibt bestehen. Ohne weitere Maßnahmen wird die steigende Zahl pflegebedürftiger Bewohner die lokalen Einrichtungen in den kommenden Jahren weiterhin an ihre Grenzen bringen.






