Porträts von Geflüchteten: Wie ein Dorf in Bergisch Gladbach Integration gelingt
Gordon AdlerPorträts von Geflüchteten: Wie ein Dorf in Bergisch Gladbach Integration gelingt
Neue Ausstellung in Bergisch Gladbach: Porträts von Geflüchteten, die vor fast einem Jahrzehnt nach Deutschland kamen
Unter dem Titel "Himmel un Ääd" zeigt eine Ausstellung in Bergisch Gladbach ab sofort 21 farbige Porträts des Fotografen Philipp J. Bösel – noch bis zum 6. Dezember. Im Mittelpunkt stehen Geschichten von Geflüchteten, die 2015 in Deutschland ankamen, darunter Youssef Messraba. Der syrische Flüchtling fand in der kleinen Gemeinde Schildgen sowohl Unterstützung als auch Herausforderungen, als er sich dort ein neues Leben aufbaute.
Messraba erreichte 2015 Katterbach in Bergisch Gladbach – verloren und überfordert. Wie viele andere wurde er von der Initiative "Willkommen in Schildgen" aufgenommen, die im selben Jahr von rund 100 Einwohnerinnen und Einwohnern ins Leben gerufen worden war. Die Gruppe half Geflüchteten bei Behördengängen, Arztbesuchen und Deutschkursen.
Mittlerweile hat Messraba sich ein neues Leben aufgebaut: Er schloss eine Ausbildung zum Elektroniker ab und studiert nun Elektro- und Medizintechnik. Er hat enge deutsche Freunde gefunden und schätzt die Gemeinschaft in Schildgen. Doch sein Weg war nicht einfach – er erlebte Ausgrenzung und Vorurteile, während er auf die Staatsbürgerschaft wartete und an der Universität mit Hindernissen konfrontiert war.
Die Erfolge der Initiative sind bemerkenswert: Zehn Jahre später haben 72 Prozent der unterstützten Geflüchteten einen Job, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium, und die meisten sprechen fließend Deutsch. Ihre Erfahrungen werden bei einer Jubiläumsveranstaltung am 28. November im Ausstellungsort geteilt: "Angekommen – Erlebnisse und Leben in Deutschland/Schildgen".
Die Ausstellung "Himmel un Ääd" und die Jubiläumsfeier markieren ein Jahrzehnt der Integrationsarbeit in Schildgen. Messrabas Geschichte und die anderer Geflüchteter zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Kämpfe. Die Initiative begleitet sie weiterhin, während sie in ihrer neuen Heimat Karriere, Freundschaften und eine Zukunft aufbauen.






