Protest für Kurdistan in Düren – während in Syrien die Waffen schweigen
Dragan ZimmerProtest für Kurdistan in Düren – während in Syrien die Waffen schweigen
Pro-kurdische Kundgebung in Düren während schwerer Kämpfe in Nordsyrien
Am 28. Januar 2026 fand in Düren eine pro-kurdische Demonstration statt, während in Nordsyrien heftige Gefechte tobten. Rund 700 Teilnehmende versammelten sich unter dem Motto "Freiheit für Kurdistan" und forderten Unterstützung für die bedrängten, von Kurden geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF). Die Kundgebung erfolgte vor dem Hintergrund eines sich rasant entwickelnden Konflikts zwischen der syrischen Regierung und kurdischen Gruppen.
Organisiert wurde die Protestaktion vom Kurdischen Kulturverein Düren. Die Demonstrantinnen und Demonstranten trafen sich am Kaiserplatz, bevor sie auf einer vorher abgestimmten Route durch die Innenstadt zogen. Die Polizei war mit einem starken Aufgebot vor Ort, um für Sicherheit zu sorgen und das Versammlungsrecht zu schützen.
Die Kundgebung verlief durchgehend friedlich. Nach dem Marsch kehrten die Teilnehmenden zum Kaiserplatz für eine Abschlusskundgebung zurück. Zwei Vorfälle wurden gemeldet: eine Beleidigung, die nun untersucht wird, sowie ein versuchter Angriff.
Eskalation und Waffenstillstand in Nordsyrien Bereits am 17. Januar 2026 waren in Nordsyrien schwere Zusammenstöße zwischen der syrischen Übergangsregierung und den SDF ausgebrochen. Regierungstruppen hatten große Teile der autonomen Region Rojava eingenommen. Am 18. Januar wurde ein vorläufiger Waffenstillstand verkündet, der in der Folge mehrfach verlängert wurde.
Ende Januar einigte man sich schließlich auf eine umfassende Vereinbarung: Die SDF willigte ein, sich zu entwaffnen und die Kontrolle über Ölfelder, Grenzgebiete sowie IS-Gefangene an die Regierung abzugeben. Im Gegenzug sollen kurdische Kämpferinnen und Kämpfer in das syrische Militär und die Verwaltung integriert werden – verbunden mit begrenzten politischen Garantien. Der Deal folgte wochenlangen heftigen Kämpfen und einer sich verschärfenden humanitären Krise, insbesondere in Kobanê.
Während die Demonstration in Düren ohne größere Zwischenfälle endete – wenn auch mit zwei kleineren Ermittlungsverfahren –, markierten der Waffenstillstand und das Integrationsabkommen in Syrien einen Wendepunkt nach Wochen der Auseinandersetzungen. Die Zugeständnisse der SDF deuten auf eine bedeutende Verschiebung der politischen und militärischen Machtverhältnisse in der Region hin.