20 December 2025, 00:35

"Reform schürt Ängste": Soziale Verbände kritisieren neue Grundsicherung"

Eine Straße mit Autos und einem Bus vor Gebäuden mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, mit Plakaten und Bannern an den Wänden und einem Pfahl mit einer Straßenlaterne.

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„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell

„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell

„Reform schürt Ängste“: Sozialverbände kritisieren neues Bürgersicherungsmodell

  1. Dezember 2025, 10:39 Uhr

Die Bundesregierung hat eine umstrittene Reform des Sozialsystems auf den Weg gebracht: Das Bürgergeld wird durch ein strengeres Grundsicherungsmodell ersetzt. Der am 17. Dezember 2025 von der CDU/CSU-SPD-Koalition beschlossene Schritt stößt bei Wohlfahrtsverbänden und Oppositionsparteien auf scharfe Kritik. Gegner argumentieren, die Neuregelungen würden die Not der Schwächsten verschärfen und gleichzeitig mehr Menschen in den Arbeitsmarkt drängen.

Das neue System sieht härtere Sanktionen für Bezieher vor, die ihre Pflichten bei der Arbeitssuche nicht erfüllen. Die Regierung betont, die Reform solle Missbrauch verhindern und Arbeit attraktiver machen als die Abhängigkeit von staatlichen Leistungen. Wirtschaftsführer unterstützen den Kurs und begründen dies damit, dass er Anreize für Erwerbstätigkeit statt langfristiger Transferabhängigkeit schaffe.

Sozialverbände üben massive Kritik. Joachim Rock vom Paritätischen Gesamtverband warnt, die Reform werde Unsicherheit und existenzielle Ängste bei den Betroffenen verstärken. Michael Groß von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wirft der Regierung vor, Strafe über Unterstützung zu stellen, während Diakonie Deutschland den Ansatz als verfehlt bezeichnet und befürchtet, dass die Sanktionen vor allem diejenigen treffen werden, die ohnehin schon am stärksten kämpfen. Auch politisch formiert sich Widerstand: Die Linke wirft der SPD vor, den konservativen Unionsparteien bei der Verschärfung der Regeln in die Hände zu spielen. Die sozialpolitische Sprecherin der Linken, Ines Schwerdtner, spricht von Leistungskürzungen, die Millionen ungerechtfertigt belasten. Unterdessen verteidigt die CDU-Arbeitnehmergruppe (CDA) die Pläne und betont, das neue System mache deutlich, dass Sozialleistungen als vorübergehende Hilfe und nicht als bedingungsloses Grundeinkommen gedacht seien. Keine der Berliner Parteien hat die Reform unterstützt, die ohne Zustimmung der Länder vom Bundeskabinett durchgewunken wurde.

Die Reform wird nun schrittweise umgesetzt, wobei die verschärften Regeln das deutsche Sozialsystem grundlegend verändern dürften. Während Wohlfahrtsverbände und Opposition vor wachsender sozialer Härte warnen, hält die Regierung daran fest, dass die Neuerungen die Beschäftigung fördern und Missbrauch eindämmen werden. Die Debatte um das neue Grundsicherungsmodell wird voraussichtlich anhalten, sobald sich die Auswirkungen zeigen.