Rücktritt von SWB-Chef Hermes nach Hangelar-Skandal erschüttert Bonner Stadtwerke
Gordon AdlerRücktritt von SWB-Chef Hermes nach Hangelar-Skandal erschüttert Bonner Stadtwerke
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt im Zuge des anhaltenden Hangelar-Grundstücksskandals bekannt gegeben. Sein Abschied erfolgt trotz der weiterhin bestehenden Unterstützung durch den Aufsichtsrat, während das Unternehmen sich auf große Investitionen in die Bonner Wärme- und Verkehrsinfrastruktur vorbereitet.
Der Skandal, der erstmals im Dezember 2023 ans Licht kam, hat bereits politische Umbrüche in der Stadt ausgelöst, darunter den Rücktritt von Oberbürgermeister Guido Déus (CDU) Anfang dieses Jahres.
Hermes hatte 2022 die Leitung der Bonner Stadtwerke übernommen. Im Dezember enthüllte er, dass lokale Politiker Druck auf den Versorger ausgeübt hätten, ein Grundstücksgeschäft auf dem ehemaligen Flugplatz Hangelar zu stoppen. Die Vorwürfe lösten eine umfassende Untersuchung aus, die schließlich im Frühjahr 2024 zu Déus' Rücktritt wegen Korruptionsvorwürfen führte.
Die Folgen des Skandals schwächten die dominierende Position der CDU in der Bonner Stadtpolitik. Der stellvertretende Bürgermeister Michael Ispir (CDU) geriet zwar in die Kritik, blieb aber im Amt, während die Partei bei einer vorgezogenen Wahl ihre absolute Mehrheit verlor. Seitdem regiert eine Koalition aus SPD und Grünen die Stadt.
Ermittler deckten inzwischen mögliche Interessenkonflikte auf, die einen Bonner Busunternehmer und großen CDU-Spender betreffen. Der Versorger plant, einen vertraulichen Bericht über die angeblichen Einflussnahmen an die Staatsanwaltschaft zu übermitteln.
Hermes betont, dass sein Entschluss, bis zum Sommer zurückzutreten, endgültig sei. Sein Abgang fällt mit den Bemühungen der SWB zusammen, Millionen im Nahverkehr einzusparen und gleichzeitig groß angelegte Investitionen in die Energiewende und Mobilitätswende Bonns voranzutreiben.
Der Aufsichtsrat hat zwar sein Vertrauen in Hermes und das Führungsteam bekräftigt. Dennoch erklärte Hermes, er sehe keine Umstände, die ihn zum Umdenken bewegen könnten.
Der Hangelar-Skandal hat die politische Landschaft Bonns nachhaltig verändert und fordert nun einen weiteren prominenten Rücktritt. Mit Hermes' Abschied müssen die Bonner Stadtwerke ihre Investitionspläne ohne ihre aktuelle Führungskraft umsetzen.
Der Bericht des Versorgers an die Staatsanwaltschaft könnte weitere Details über die angeblichen Einflussnahmen und deren Verbindungen zu lokalen Wirtschaftskreisen ans Licht bringen.