Ruhrfestspiele 2026 wagen ein iranisches Flüchtlingsdrama auf Persisch
Ignaz KreuselRuhr Festival eröffnet mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele 2026 wagen ein iranisches Flüchtlingsdrama auf Persisch
Die Ruhrfestspiele 2026 eröffnen mit einem gewagten Projekt: einem iranischen Flüchtlingsdrama, das vollständig auf Persisch aufgeführt wird. Unter dem Titel "Das Kind" erzählt das Stück die Geschichte von drei Frauen und einem Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Hinter den Kulissen kämpfen die Veranstalter gegen die Zeit, um die Ankunft des Ensembles aus dem Iran zu ermöglichen – angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen.
Festivalleiter Olaf Kröck arbeitet seit der Ankündigung des Projekts eng mit der Theatergruppe von Fatemeh Motamed-Arya zusammen. Proben fanden über Videokonferenzen statt, während die deutsch-iranische Kulturdiplomatie Ende 2025 die Ausstellung besonderer Visa ermöglichte. Zudem wurden am Veranstaltungsort in Recklinghausen verstärkte Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die Premiere am 15. Mai 2026 abzusichern.
Doch das Schicksal der Produktion bleibt ungewiss. Sollte es der Gruppe nicht gelingen, nach Deutschland zu reisen, muss die Aufführung abgesagt werden – eine Absage, die selbst eine deutliche Botschaft senden würde. Kröck steht über WhatsApp in Kontakt mit dem Ensemble und hat das Auswärtige Amt eingebunden, um die Reise zu erleichtern.
Das diesjährige Festival steht unter dem Motto "Schock und Staunen" und präsentiert mehrere Uraufführungen und Deutschlandpremieren. Da das Große Haus wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, finden die Vorstellungen in einem provisorischen Festzelt mit 500 Plätzen statt. Neben "Das Kind" – das mit deutschen und englischen Untertiteln gezeigt wird – sind auch andere prominente Namen im Programm vertreten.
Der Erfolg von "Das Kind" hängt nun davon ab, ob die iranischen Schauspielerinnen und Schauspieler nach Deutschland einreisen können. Gelingt dies, wird das Stück zu einem seltenen kulturellen Austausch in Zeiten angespannter internationaler Beziehungen. Scheitert die Produktion, wird ihre Abwesenheit selbst Teil der Festivalgeschichte.






