RWE baut Ökostrom aus – doch das Netz bremst die Energiewende in Deutschland
Ignaz KreuselRWE-Chef Krebber: Netzausbau wird zum Problem - RWE baut Ökostrom aus – doch das Netz bremst die Energiewende in Deutschland
Der Energiekonzern RWE hat sein Portfolio an erneuerbaren Energien in Deutschland seit 2020 um zwölf neue Wind- und Solarparks erweitert. Zu den Projekten zählen acht Onshore-Windparks und vier Solaranlagen, die alle bis Ende 2025 fertiggestellt werden sollen. Das Unternehmen warnt jedoch, dass künftiges Wachstum im Land von schnelleren Fortschritten beim Netzausbau abhängt.
RWE-Chef Markus Krebber hat den Ausbau der Stromnetze als größtes Hindernis für die Energiewende in Deutschland hervorgehoben. Er bezeichnete das aktuelle System als Flaschenhals, der Verzögerungen bei neuen Rechenzentren und Kraftwerken verursache. Viele Projekte müssten derzeit lange auf Netzanschlüsse warten.
Krebber relativierte zudem Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verlangsamung im deutschen Erneuerbaren-Sektor. Selbst wenn der Ausbau ins Stocken gerate, hätte dies "keinerlei Auswirkungen" auf das Geschäft von RWE, so der Vorstandsvorsitzende. Da das Unternehmen global agiere, könne es Investitionen bei Bedarf in andere Regionen verlagern.
Obwohl RWE Deutschland als Investitionsstandort bevorzugt, bleibt es flexibel. Das Unternehmen sieht weltweit gleiche Chancen und wird sich auf Standorte mit den besten Wachstumsbedingungen konzentrieren.
Mit den jüngsten Zubauten kommt RWE seit 2020 auf insgesamt zwölf neue Anlagen für erneuerbare Energien in Deutschland. Doch das Unternehmen betont, dass künftige Projekte von schnelleren und kostengünstigeren Netzerweiterungen abhängen. Ohne Verbesserungen könnten weitere Investitionen in Länder mit weniger Verzögerungen verlagert werden.