Siebenmal mehr Gegenproteste als AfD-Anhänger bei Kundgebung in Münster-Coerde
Georgine MansSiebenmal mehr Gegenproteste als AfD-Anhänger bei Kundgebung in Münster-Coerde
Kleine rechtsextreme Kundgebung in Münster-Coerde – Gegenprotest mit siebenfacher Teilnehmerzahl
Bei einer kleinen Kundgebung der rechten Szene in Münster-Coerde versammelten sich am Samstag etwa 60 Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD). Gleichzeitig zog eine deutlich größere Gegenveranstaltung rund 450 Menschen an, die sich für eine offene und inklusive Gesellschaft einsetzten. Die Polizei sorgte während der gesamten Veranstaltung dafür, dass beide Gruppen voneinander getrennt blieben.
Die AfD-Kundgebung begann um 10 Uhr auf dem Hamannplatz. Unter den Teilnehmenden befand sich auch der Landespressesprecher der Partei. Darunter war Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus der Nähe Münsters, der argumentierte, Deutschland brauche Veränderungen in der Wirtschafts- und Migrationspolitik. Zudem kritisierte er die staatlichen Ausgaben für die Ukraine und Israel, während ältere Bürgerinnen und Bürger mit finanziellen Schwierigkeiten kämpften.
Die Gegenproteste, organisiert von den Initiativen "Keinen Zentimeter den Nazis" und "Coerde ist bunt", hatten bereits eine Stunde früher am Hohen Heckenweg begonnen. Die Teilnehmenden hörten Reden und Live-Musik, die Vielfalt und Solidarität förderten. Eve Lyn Gardias, eine Anwohnerin und Mitglied von "Coerde ist bunt", warf der AfD vor, keine echten Lösungen anzubieten, sondern stattdessen marginalisierte Gruppen für gesellschaftliche Probleme verantwortlich zu machen.
Die Polizei hielt die beiden Demonstrationen konsequent voneinander getrennt und verhinderte so direkte Auseinandersetzungen. Die AfD ist derzeit nicht im Münsteraner Stadtrat vertreten, da sie an den Kommunalwahlen 2020 nicht teilgenommen hatte.
Die Veranstaltung zeigte ein deutliches Ungleichgewicht in der Mobilisierung: Die Gegenprotestler überstiegen die Zahl der AfD-Anhänger um mehr als das Siebenfache. Beide Seiten konnten ihre Positionen ohne Zwischenfälle äußern, während die Behörden die Lage effektiv unter Kontrolle hielten. Die Präsenz der AfD in Münster-Coerde bleibt damit begrenzt – ohne Vertretung im lokalen Rat.