Skandal um Grimme Online Award: Preisträger geben Auszeichnungen zurück
Gordon AdlerSkandal um Grimme Online Award: Preisträger geben Auszeichnungen zurück
Preisträger lehnen Auszeichnung ab
Zwei Preisträger des Awards für Netzkultur verzichten auf ihre Auszeichnung. Hintergrund ist der Streit um die Ehrung einer Nahost-Aktivistin.
- Oktober 2025, 08:44 Uhr
Die Verleihung des Grimme Online Awards nahm eine unerwartete Wendung, als zwei Jurymitglieder ihre Preise aus Protest zurückgaben. Die Rücknahme einer Auszeichnung für die junge Nahost-Aktivistin Judith Scheytt hatte zuvor für Aufsehen gesorgt und zu einem öffentlichen Streit zwischen den Veranstaltern und der Jury geführt. Gleichzeitig wurden andere Preisträger für innovative Projekte geehrt, darunter ein Spiel über den Untergang der DDR und ein Podcast, der parlamentarische Arbeit verständlich aufbereitet.
Die Spannungen beim Grimme Online Award begannen, als der Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises die Auszeichnung für Judith Scheytt zurückzog. Der Entscheidung waren Kritik und Vorwürfe des Antisemitismus vorausgegangen, wobei Teile der Jury den Schritt ablehnten. Çiğdem Uzunoğlu, Direktorin des Grimme-Instituts, bezeichnete die Rücknahme als „formell inkorrekt“ und kündigte eine öffentliche Debatte über den Fall an. Zudem gab sie bekannt, dass sich das Institut künftig vollständig vom Förderverein trennen werde.
Die Preisverleihung endete mit ungelösten Konflikten um die strittige Auszeichnung und den Protest der Jurymitglieder. Die geplante Trennung des Instituts vom Förderverein markiert eine strukturelle Veränderung als Reaktion auf die Auseinandersetzung. Unterdessen vollzieht Eugen Rochko, Gründer von Mastodon, einen Führungswechsel und überführt die Plattform in ein gemeinnütziges Modell, um ihre Unabhängigkeit langfristig zu sichern.