Solingen-Ohligs: Streit um Busverkehr und Barrierefreiheit für Senioren
Ignaz KreuselSolingen-Ohligs: Streit um Busverkehr und Barrierefreiheit für Senioren
In Solingens Stadtteil Ohligs hat sich der Streit um Verkehrsplanungen zugespitzt. Die Gruppe "Grüne Senioren" lehnt Vorschläge von drei lokalen Vereinen ab, die den City-Ring abschaffen und die Lennestraße vollständig für Busse sperren wollen. Ihrer Ansicht nach würden solche Maßnahmen ältere Bürger benachteiligen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie Verkehrsreduzierung und Barrierefreiheit für alle Altersgruppen in Einklang gebracht werden können.
In den vergangenen fünf Jahren hat Solingen den Busverkehr in Ohligs ausgebaut, darunter die Verlängerung von Linien wie der 690er und die Einführung von Nachtbussen. Zudem wurde der Stadtteil in das Verkehrsnetz Rhein-Sieg integriert und der Einsatz von E-Bussen gefördert, um die Anbindung an die Innenstadt und den S-Bahnhof zu verbessern. Frühere Projekte – etwa die abgelehnte Straßenbahnverbindung zwischen Ohligs und Gräfrath – sowie neue Radwege und Carsharing-Angebote bildeten den Rahmen für die aktuellen Diskussionen.
Die jüngste Kontroverse entzündete sich 2024, als die Vereine vorschlugen, den City-Ring aufzulösen und Busse aus der Lennestraße komplett zu verbannen. Dadurch entfiele die Haltestelle "Ohligs Markt", was für Fahrgäste längere Fußwege bedeuten würde. Die "Grünen Senioren" kritisieren diese Pläne scharf: Gerade für ältere Menschen, besonders nach Einkäufen oder mit eingeschränkter Mobilität, wären die zusätzlichen Wege eine unzumutbare Belastung.
Stattdessen unterstützt die Gruppe den im Nahverkehrsplan vorgesehenen Kompromiss. Dieser sieht vor, den Busverkehr in der Lennestraße zu reduzieren, aber die wichtigsten Verbindungen zur Innenstadt zu erhalten. Die "Grünen Senioren" betrachten die Thematik als Teil eines größeren Verkehrswandels und betonen, dass Veränderungen die Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen berücksichtigen müssen.
Gegen die Kritik der Vereine verteidigen sie ihre Position nachdrücklich. Priorität habe für sie, dass der öffentliche Nahverkehr für ältere Bürger, die ihn täglich nutzen, zugänglich bleibe.
Der Widerstand der "Grünen Senioren" zeigt, wie schwierig es ist, Verkehrsberuhigung und praktische Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Mit ihrer Unterstützung für den Kompromissvorschlag wollen sie die Buslinien funktionsfähig halten und gleichzeitig den Verkehr entlasten. Die Entscheidung wird wegweisend dafür sein, wie künftige Verkehrspolitik in Ohligs die Mobilität aller Altersgruppen ausbalanciert.






