12 December 2025, 11:07

Solingen: Streit um nächtliches Camping-Verbot am Hauptbahnhof eskaliert

Eine Straße mit Autos und einem Bus vor Gebäuden mit Wänden, Fenstern, Tellern und Dächern, mit Plakaten und Bannern an den Wänden und einem Pfahl mit einer Straßenlaterne.

Solingen: Streit um nächtliches Camping-Verbot am Hauptbahnhof eskaliert

Grüne kritisieren CDU-Plan für nächtliches Verbot im Unterführungsbereich des Solinger Hauptbahnhofs

Solingen – Der von der CDU vorgeschlagene Änderungsantrag zur Straßenverordnung, der ein vollständiges Verbot von Camping und Übernachtungen in der grünen Unterführung des Solinger Hauptbahnhofs vorsieht, stößt bei der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Bezirksrat Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid auf scharfe Kritik. Die Grünen argumentieren, ein solches Verbot werde das eigentliche Problem nicht lösen.

Eine für 2026 geplante Sanierung des Solinger Hauptbahnhofs hat eine politische Debatte über Obdachlosigkeit in der Stadt entfacht. Die Grünen lehnen den CDU-Vorschlag ab, Übernachtungen in der Bahnhofsunterführung zu untersagen, und betonen, dass verschärfte Regeln die Ursachen von Obdachlosigkeit nicht bekämpfen. Stattdessen fordern sie den Ausbau von Hilfsangeboten und langfristigen Wohnlösungen.

Die CDU begündet ihren Vorstoß mit dem Ziel, die Sicherheit und Sauberkeit in der Unterführung zu verbessern. Die Grünen widersprechen jedoch: Ein Verbot treffe Obdachlose, ohne ihre Situation zu verbessern. Notwendig seien stattdessen Zugang zu Notunterkünften und dauerhaftem Wohnraum – nicht Bestrafung.

Während die Bahnhofsmodernisierung die Unterführung zu einem sichereren und saubereren Ort machen könnte, bleibt die Frage ungelöst, wie mit Obdachlosigkeit umgegangen wird. Die Forderung der Grünen nach sozialer Unterstützung steht im Kontrast zum regulativen Ansatz der CDU. Wie die Stadt diese Positionen in Einklang bringt, wird über die Zukunft obdachloser Menschen in Solingen entscheiden.