26 December 2025, 05:42

Solingens Vize-Bürgermeister nach „Schlepperaffäre“ suspendiert – doch warum erst jetzt?

Menschen stehen auf einer Straße vor der Stadt, ein Mann in einem grauen und weißen T-Shirt hält eine Wasserflasche und eine Frau in einer blauen Jacke hält einen Kinderwagen. Hinter ihnen sehen wir Stände mit weißen und roten Zelten, farbige Banner und Gebäude, Bäume und eine Straßenlaterne im Hintergrund.

Solingens Vize-Bürgermeister nach „Schlepperaffäre“ suspendiert – doch warum erst jetzt?

Jan Welzel, der stellvertretende Bürgermeister von Solingen und CDU-Referent für Soziales und Rechtsfragen, wurde am 2. Dezember 2024 vorläufig seines Amtes enthoben. Die Bezirksregierung Düsseldorf setzte ihn wegen des Verdachts der Verstrickung in die sogenannte "Schlepperaffäre" 2024 ab, bei der wohlhabende Ausländer angeblich über Kontakte in der Stadtverwaltung illegal ins Land gelangt sein sollen. Der Zeitpunkt der Entscheidung hat für Kontroversen gesorgt und wirft zahlreiche unbeantwortete Fragen auf.

Welzels Suspendierung folgt auf den Rücktritt des ehemaligen Oberbürgermeisters Tim Kurzbach – eine Abfolge, die auf Kritik stößt. Das "Bündnis für Solingen" (BfS) hält die Verzögerung für fragwürdig und vermutet, dass aus politischen Gründen gezögert wurde, solange Kurzbach noch im Amt war oder sich sogar im Wahlkampf um seine Wiederwahl befand.

Das BfS fordert nun vollständige Transparenz. Die Initiative will wissen, seit wann den Behörden die Vorwürfe bekannt waren und warum nicht früher gehandelt wurde. Die Gruppe besteht auf klare, unabhängige Antworten zur Bearbeitung des Falls und zu den Gründen für die verzögerte Amtsenthebung. Als Konsequenz hat das BfS eine Untersuchung durch den Ausschuss für Transparenz und Bürgerbeteiligung beantragt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob heikle Entscheidungen bewusst verschleppt wurden und warum Welzels Suspendierung erst nach Kurzbachs Abgang erfolgte.

Die Amtsenthebung setzt die Solinger Verwaltung unter Druck. Die Behörden müssen nun darlegen, wie lange ihnen die Vorwürfe bekannt waren und warum sie nicht früher eingriffen. Das BfS bleibt derweil dabei, eine lückenlose und öffentliche Aufklärung des Falls zu fordern.