Solinger Inklusions-Aktivisten fordern mehr als leere Versprechungen
Georgine MansSolinger Inklusions-Aktivisten fordern mehr als leere Versprechungen
Treffen in Solingen fordert mehr Engagement für Inklusion
Bei einer kürzlichen Veranstaltung in Solingen wurde ein stärkeres Engagement für Inklusion gefordert. Die von SelbstAktiv organisierte Veranstaltung betonte, dass echte Teilhabe mehr erfordert als bloße Papierarbeit. Dorothee Daun, eine langjährige Kämpferin für soziale Gleichberechtigung, wurde während der Wochenend-Veranstaltungen erneut zur Vorsitzenden der Gruppe gewählt.
Daun setzt sich seit über 30 Jahren für Chancengleichheit ein – zunächst im Solinger Stadtrat, heute auf regionaler Ebene. Aktuell leitet sie sowohl Autismus Rhein-Wupper als auch den Paritätischen Wohlfahrtsverband Solingen. Bei der Veranstaltung kritisierte sie Mängel in der Behindertenförderung und wies darauf hin, dass Kommunen steigende Kosten tragen, während sich die Zuständigkeiten unvorhersehbar verschieben.
Der Gastredner Josef Neumann beleuchtete die übergeordnete Situation in Nordrhein-Westfalen. Er warnte, dass inklusive Politik an Schwung verloren habe und soziale Absicherungen zunehmend in Gefahr seien. Seine Ausführungen unterstrichen die zentrale Botschaft des Wochenendes: Inklusion muss aktiv gestaltet, nicht nur verwaltet werden.
Die Gruppe wählte zudem zwei neue stellvertretende Vorsitzende. Oliver Backhaus, Rollstuhlfahrer und Leiter des Vereins Barrierefreier Zugang, wird die Interessen von Menschen mit Behinderungen direkt vertreten. Yesim Özem, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeitet und sich ehrenamtlich als Personalrätin engagiert, will die Sichtbarkeit behinderter Menschen in Solingens Kulturszene stärken.
Die Veranstaltung von SelbstAktiv machte deutlich: Inklusion in Solingen braucht kontinuierliches Engagement. Mit Daun, Backhaus und Özem an der Spitze wird sich die Gruppe auf konkrete Maßnahmen konzentrieren – statt auf passive Verwaltung. Der Appell kommt zu einer Zeit, in der sich die Sorge über Rückschritte in der Inklusionspolitik auf lokaler und regionaler Ebene verstärkt.






