07 January 2026, 17:20

Spektakulärer Tresorknack in Gelsenkirchen: Wie sicher sind Bank-Schließfächer wirklich?

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer belebten Marktszene mit Gruppen von Menschen, die gehen und stehen, Geschäften mit hängenden Kleidern, Gebäuden mit Fenstern, einem Eimer und einem Namensschild, mit einem Wasserzeichen in der rechten oberen Ecke.

Kriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Spektakulärer Tresorknack in Gelsenkirchen: Wie sicher sind Bank-Schließfächer wirklich?

Großer Safe-Knack in Gelsenkirchen entfacht Debatte über Sicherheit von Schließfächern

Ein spektakulärer Einbruch in Gelsenkirchen hat die Diskussion über die Sicherheit von Bank-Schließfächern neu entfacht. Die Diebe drangen in einen Archivraum ein, bohrten sich in einen Tresor vor und gelangten so an fast alle 3.250 Kundenfächer. Der Vorfall hat Forderungen nach schärferen Kontrollen laut werden lassen, um Geldwäsche und organisierte Kriminalität zu verhindern.

Der Einbruch wurde am 29. Dezember entdeckt, nachdem ein Feueralarm die Behörden alarmiert hatte. Ermittler gehen davon aus, dass die Täter den Inhalt möglicherweise über mehrere Tage abtransportiert haben. Das Ausmaß der Aktion deutet auf eine sorgfältige Planung hin, wie Oliver Huth, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) für Nordrhein-Westfalen, erklärt.

Huth, ein ehemaliger Polizist, hatte einst 300.000 Euro Bargeld im Schließfach einer Kindergärtnerin gefunden. Er argumentiert, dass Schließfächer leicht von Kriminellen missbraucht werden könnten, da sie derzeit nicht unter die sechste EU-Geldwäscherichtlinie fallen. Banken überprüften die Inhalte kaum, weshalb die Polizei auf strengere Regelungen drängt.

Zwar räumt Huth ein, dass einige Mieter legitime Gründe haben könnten – etwa Opfer von Straftaten, die Familienerbstücke lagern –, doch er vermutet, dass sich darunter auch „schwarze Schafe“ befinden. Ein Anwalt, der betroffene Kunden im Gelsenkirchener Fall vertritt, wies jedoch Vorwürfe zurück, die durchsuchten Fächer hätten illegale Gelder enthalten, und legte Beweise für rechtmäßigen Besitz vor.

Der Einbruch in Gelsenkirchen hat Lücken in der Aufsicht über Schließfächer offenbart. Ohne strengere Kontrollen warnen die Behörden, dass solche Einrichtungen weiterhin für illegale Machenschaften genutzt werden könnten. Der BDK fordert nun Banken und Aufsichtsbehörden auf, zu handeln, bevor es zu weiteren Vorfällen kommt.