04 February 2026, 13:23

Streit um Drogenkonsumzentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren

Ein Mercury Drug Store mit drei Motorrädern davor, eines mit einer Person darauf, und Gebäuden, Klimaanlagen, Drähten und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Streit um Drogenkonsumzentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren

Ein geplantes Drogenkonsumzentrum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk sorgt für heftige Diskussionen unter Anwohnern, Eltern und nahegelegenen Schulen. Die Einrichtung, die in einem ehemaligen Wohngebäude in der Eisenstraße eröffnet werden soll, wird den kontrollierten Konsum von Drogen in Innenräumen sowie in einem angrenzenden Außenbereich ermöglichen – mit dem Ziel, den öffentlichen Drogenkonsum im Stadtbild zu reduzieren. Kritiker halten den Standort für zu nah an Wohngebieten und Schulen, während Befürworter betonen, dass eine zentrale Lage entscheidend für die Wirksamkeit sei.

Das Zentrum ist Teil des Düsseldorfer Projekts 'Sicherheit im Bahnhofsumfeld' (SiBu), das die Sicherheit rund um den Düsseldorfer Flughafen verbessern soll, indem Drogenaktivitäten aus dem öffentlichen Raum verlagert werden. Die Stadt hat bauliche Anpassungen zugesagt, um Sichtkontakt zu verhindern, sowie Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal vor Ort. Zudem sollen Ordnungsdienste und Polizei regelmäßig in der Umgebung präsent sein, um Störungen und Straßenhandel zu unterbinden.

Anwohner und Schulvertreter lehnen die Pläne vehement ab. Zwei benachbarte Schulen bezeichneten den Standort in Schreiben an die Behörden als 'völlig inakzeptabel' und warnten davor, dass Kinder mit hartem Drogenkonsum konfrontiert werden könnten. Viele Teilnehmer einer öffentlichen Informationsveranstaltung verließen frustriert den Raum und kritisierten, dass es zu wenige konkrete Angaben zu Sicherheit und Abläufen gebe.

Drogenhilfeorganisationen verteidigen das Konzept und bestehen darauf, dass ein zentraler Standort für den Erfolg der Einrichtung unverzichtbar sei. Ähnliche Zentren nach Zürcher Vorbild gibt es bereits in Städten wie Frankfurt, Hannover und Essen; weitere sind in Berlin und Hamburg geplant. Die Düsseldorfer Variante soll durch kontrollierte Konsum- und Abgaberäume Anreize schaffen, um die Aktivitäten von der Straße in geschützte Bereiche zu verlagern.

Trotz anhaltender Proteste aus der Nachbarschaft und von Schulen soll das Zentrum wie geplant eröffnet werden. Die Stadt versichert, dass Sicherheitsvorkehrungen und soziale Betreuung Bedenken ausräumen werden, während Kritiker weiterhin auf einen alternativen Standort drängen. Bei Umsetzung würde es sich in die Reihe von rund 25 bestehenden Drogenkonsumräumen in ganz Deutschland einreihen.