22 January 2026, 23:10

Streit und Technikpannen: Gladbachs Jahresversammlung endet ohne Wahlentscheid

Eine alte Karte von Dortmund, Deutschland, zeigt detaillierte Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit Textanmerkungen.

Watzke ist nicht mehr BVB-Geschäftsführer - Versöhnung mit Lunow - Streit und Technikpannen: Gladbachs Jahresversammlung endet ohne Wahlentscheid

Borussia Mönchengladbachs Jahresversammlung von Verzögerungen und Spannungen geprägt

Die Jahresversammlung von Borussia Mönchengladbach begann mit Verzögerungen und angespannter Stimmung, als die Mitglieder zusammenkamen, um über einen neuen Präsidenten abzustimmen. Die erstmals im Hybridformat abgehaltene Veranstaltung ermöglichte es 238.000 Mitgliedern, digital teilzunehmen. Technische Probleme sorgten jedoch für eine einstündige Verspätung und zwangen zur Vertagung der Präsidentschaftswahl.

Im Mittelpunkt der Debatten stand Hans-Joachim Watzke, der langjährige ehemalige Vorstandsvorsitzende des Vereins und einziger Kandidat für das Amt des Präsidenten des Trägervereins. Seine Nominierung erfolgte vor dem Hintergrund öffentlicher Streitigkeiten und Forderungen nach Veränderung – sowohl von Fans als auch von Vorstandsmitgliedern.

Watzke war 2005 in den Vorstand von Borussia Mönchengladbach eingetreten und hatte eine Schlüsselrolle bei der finanziellen Konsolidierung und sportlichen Wiederbelebung des Clubs gespielt. Nach mehr als zwei Jahrzehnten als CEO gab er diesen Posten auf, blieb aber einflussreich. Seine Kandidatur für das Präsidentenamt des Trägervereins markiert nun die nächste Phase seines Engagements.

Die Versammlung begann verspätet, nachdem technische Störungen den Abstimmungsprozess behindert hatten. Die Mitglieder mussten warten, während die Organisatoren die Probleme zu lösen versuchten – was zu Frustration unter den Anwesenden führte. Im Sommer war es zu öffentlichen Spannungen zwischen Watzke und Reinhold Lunow gekommen, einer prägenden Figur in der Fanabteilung des Vereins. Ihr Konflikt hatte Kritik von Anhängern ausgelöst, die die Führung des Clubs infrage stellten. Auf der Versammlung präsentierten sich beide jedoch geschlossen: Watzke dankte Lunow für dessen Unterstützung, während Lunow die gemeinsamen Herausforderungen betonte, die sie überwunden hätten. Trotz dieser demonstrativen Einheit fehlte es nicht an kritischen Stimmen. Tobias Westerfellhaus, ein Vorstandsmitglied, kritisierte die "fragwürdigen Wendungen" des Wahlkampfs und bestritt, dass der Verein dringend Reformen benötige. Seine Äußerungen spiegelten eine breitere Unzufriedenheit unter einigen Mitgliedern wider, die mit der jüngsten Führungspolitik unzufrieden sind.

Die verschobene Abstimmung lässt die Präsidentschaftsfrage vorerst ungeklärt. Watzke bleibt zwar der einzige offizielle Kandidat, doch die Verzögerungen und internen Meinungsverschiedenheiten haben die Unsicherheit verstärkt. Der Verein muss nun die technischen Pannen und die Bedenken der Mitglieder angehen, bevor die Wahl endgültig abgeschlossen werden kann.