10 May 2026, 20:27

THTR-300 in Hamm: Rückbau bis 2030 – doch die radioaktiven Altlasten bleiben

Diagramm eines sehr hochtemperaturigen Reaktors mit zylindrischem Aufbau, Rohren, Ventilen und einem großen Tank unten, begleitet von erklärendem Text.

THTR-300 in Hamm: Rückbau bis 2030 – doch die radioaktiven Altlasten bleiben

Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR-300) in Hamm wird bis 2030 vollständig stillgelegt

Der Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR-300) in Hamm, Nordrhein-Westfalen, soll bis 2030 vollständig zurückgebaut sein. Die Stilllegung folgt auf Jahrzehnte der Inaktivität und zunehmende technische Probleme, darunter gebrochene Haltebolzen in der Heißgasleitung. Ein jüngstes Gerichtsurteil hat geklärt, wer die verbleibenden Kosten des Rückbaus tragen wird.

Der THTR-300 nahm mit einer elektrischen Leistung von 300 Megawatt den kommerziellen Betrieb auf. Doch seine Laufzeit war kurz: Bei 423 Tagen Volllastbetrieb kam es zu 125 meldepflichtigen Zwischenfällen. Diese anhaltenden Probleme führten schließlich zur endgültigen Abschaltung am 1. September 1989.

Seitdem befindet sich der Reaktor seit 36 Jahren im sicheren Einschluss, eine Phase, die bis 2027 andauern soll. Die Vorbereitungen für den Rückbau beginnen 2028 und werden voraussichtlich bis 2044 dauern. Unterdessen lagern in Ahaus 305 Castor-Behälter mit rund 675.000 bestrahlten Kugeln in einem Zwischenlager, während eine dauerhafte Entsorgungslösung noch aussteht.

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Finanziell hat das Projekt seit Ende des kommerziellen Betriebs bereits etwa 441 Millionen Euro gekostet. Bisher wurden die Stilllegungskosten gemeinsam vom Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Betreibergesellschaft getragen. Doch in einer aktuellen Entscheidung urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf, dass weder das Land noch der Bund über die bereits vereinbarten Beträge hinaus weitere Kosten übernehmen müssen.

Am 23. September 2025 stellte das Amtsgericht Dortmund den Betreiber des Reaktors, die Hochtemperatur-Kernkraftwerk GmbH (HKG), unter vorläufige Insolvenzverwaltung. Dieser Schritt erschwert den Rückbauprozess zusätzlich.

Der Rückbau des THTR-300 wird sich über fast zwei Jahrzehnte erstrecken, wobei die Demontage bis 2044 abgeschlossen sein soll. Die bestehenden Mittel decken den Prozess ab, da keine weiteren finanziellen Verpflichtungen für Land oder Bund festgesetzt wurden. Zum Erbe des Reaktors gehören jahrzehntelange Lagerungsprobleme und ungelöste Fragen zur Endlagerung des radioaktiven Abfalls.

Quelle