22 January 2026, 11:10

Trump als Friedensnobelpreisträger: Warum Guido Cantz seinen eigenen Witz nicht mehr lustig findet

Ein älterer Mann im Anzug und Krawatte lächelt vor einer roten Wand, er scheint ein Nobelpreisträger zu sein.

Guido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Trump als Friedensnobelpreisträger: Warum Guido Cantz seinen eigenen Witz nicht mehr lustig findet

Ein Witz über Donald Trump als Nobelpreisträger für Frieden hat für den Komiker Guido Cantz längst seinen Witz verloren. Was einst absurd klang, ist nun auf unerwartete Weise Realität geworden – und der Satiriker zeigt sich von dieser Wendung der Ereignisse wenig begeistert.

Vor Jahren baute Cantz eine Nummer darauf auf, dass Trump den Friedensnobelpreis mit Witz einfordern würde. Die Pointe lebte von der Übertreibung – bis aktuelle Entwicklungen sie plötzlich allzu real wirken ließen.

In einem Schreiben an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre behauptete Trump kürzlich, er habe den Preis verdient. Acht beendete Kriege sollten ihm seiner Meinung nach die Auszeichnung für 2021 sichern – die stattdessen an den russischen Journalisten Dmitri Muratow ging. Für Cantz verlor der Witz damit seinen Witz: Was einst als spöttische Spitze gedacht war, spiegelt nun tatsächliches Verhalten wider und wirkt nur noch abgedroschen und bemüht. Der Komiker gibt offen zu, dass Trump-Satire mittlerweile zu viel Aufwand für zu wenig Wirkung bedeutet. Wenn die Realität die Parodie überholt, verlieren selbst die scharfsinningsten Pointen ihre Wirkung.

Der Friedensnobelpreis bleibt bei Muratow, während Trumps Brief als Fußnote der politischen Geschichte gilt. Für Cantz markiert die Episode das Ende einer Ära – einer Zeit, in der Satire den Nachrichten noch davoneilen konnte. Der Witz, wie so viele vor ihm, hat ausgedient.