07 February 2026, 15:07

Westfleisch in der Kritik: Ausländische Arbeiter zahlen Tausende für Kurzzeitjobs

Ein Metzgerladen mit einer Vitrine voller verschiedener Fleischsorten auf weißen Tellern, jeder mit einem Preisschild.

Westfleisch in der Kritik: Ausländische Arbeiter zahlen Tausende für Kurzzeitjobs

Westfleisch unter Kritik: Vorwürfe zu überhöhten Vermittlungsgebühren für ausländische Arbeitskräfte im Unternehmensregister

Eines der größten deutschen Fleischverarbeitungsunternehmen, Westfleisch, gerät wegen seiner Einstellungspraktiken in die Schusslinie. Wie Berichte zeigen, haben Arbeiter aus Vietnam und Indien überhöhte Summen an Vermittler für kurzfristige Jobs beim Unternehmen gezahlt. Die Vorwürfe lösten scharfe Kritik am Rekrutierungsmodell des Konzerns aus.

Seit 2020 beschäftigt Westfleisch 297 vietnamesische Arbeitskräfte und einen Mitarbeiter aus Indien auf Basis von Kurzzeitverträgen. Recherchen von NDR und Correctiv zu Beginn des Jahres 2025 deckten auf, dass einige Bewerber extrem hohe Beträge für die Stellenvermittlung aufbringen mussten. Ein vietnamesischer Arbeiter soll einem Vermittler demnach rund 13.000 Euro überlassen haben.

Das Unternehmen gibt an, erst nach der Ankunft der Beschäftigten in Deutschland von den hohen Gebühren erfahren zu haben. Die Arbeiter wurden im Rahmen des Programms in der Regel für bis zu acht Monate eingestellt.

Als Reaktion kündigte Westfleisch an, in Vietnam eine eigene Personalvermittlungsagentur aufzubauen. Mit diesem Schritt soll der Einfluss von Zwischenhändlern verringert und die Transparenz im Einstellungsverfahren verbessert werden.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken von Kurzzeit-Arbeitsmodellen mit ausländischen Arbeitskräften im Handelsregister. Westfleisch steht nun unter Druck, sein Rekrutierungssystem grundlegend zu reformieren. Die neue Agentur in Vietnam soll in den kommenden Monaten die Personalbeschaffung übernehmen.