Wie drei Länder den Zweiten Weltkrieg gemeinsam aufarbeiten und Versöhnung leben
Dragan ZimmerWie drei Länder den Zweiten Weltkrieg gemeinsam aufarbeiten und Versöhnung leben
Öffentlicher Vortrag: Wie Belgien, Deutschland und die Niederlande an den Zweiten Weltkrieg erinnern und Versöhnung gestalten
Am 25. November um 19:00 Uhr findet im Aachener Grashaus ein kostenloser öffentlicher Vortrag statt, der sich mit der Erinnerungskultur und Versöhnungsarbeit Belgiens, Deutschlands und der Niederlande nach dem Zweiten Weltkrieg befasst. Der Historiker Alexander Barth leitet die Diskussion. Interessierte müssen sich im Voraus anmelden, um einen Platz zu sichern.
Die Grenzregion Aachen-Lüttich-Maastricht ist historisch tief geprägt – zahlreiche Stätten erinnern hier an beide Weltkriege. Seit 1945 arbeiten die drei Nachbarländer in gemeinsamen Projekten daran, Frieden und ein geteiltes Gedenken zu fördern. Initiativen wie das 2014 gestartete Programm "Grenzenlos Gedenken" brachten mehrsprachige Mahnmale an Orte wie den Henri-Chapelle American Cemetery oder den Hürtgenwald. Mittlerweile finden jährlich grenzüberschreitende Gedenkveranstaltungen an der Siegfried-Linie und am Massakerort Groenteloop statt.
Doch die Region verbindet Erinnerung auch mit konkreter Versöhnungsarbeit: In den 2000er-Jahren entstand etwa der Europäische Friedensradweg, der wichtige Kriegsstätten miteinander verknüpft, um den Dialog zu stärken. Barths Vortrag zeichnet diese Entwicklungen nach – von den ersten Schritten nach 1945 bis zu heutigen Kooperationen. Dabei werden nationale Perspektiven verglichen und die Evolution des kollektiven Gedenkens analysiert.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Europa am Dienstag", organisiert von EUROPE DIRECT Aachen, dem Europäischen Klassenzimmer der Route Charlemagne und der Bischöflichen Akademie. Andreas Düspohl übernimmt die Moderation und lenkt die Diskussion über Erinnerung, Grenzen und Zusammenarbeit.
Der Abend bietet die Gelegenheit, Jahrzehnte grenzüberschreitender Gedenkinitiativen zu reflektieren. Die Teilnehmer erfahren mehr über konkrete Projekte, die die Versöhnung in der Region geprägt haben. Eine Anmeldung ist weiterhin für alle möglich, die an der Diskussion teilnehmen möchten.