Willich streicht Kita-Neubauten – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung
Gordon AdlerWillich streicht Kita-Neubauten – Eltern kämpfen um wohnortnahe Betreuung
Zwei geplante Kita-Neubauten in Willich wurden aufgrund von Haushaltskürzungen und sinkenden Anmeldezahlen gestrichen. Damit bleibt das generationenübergreifende Zentrum in Reinershof das einzige Neubauprojekt für Kinderbetreuung in der Stadt. Angesichts längerer Fahrzeiten für Familien wachsen nun die Sorgen – ein zweiter offener Brief an Bürgermeister Pakusch soll Druck ausüben.
Elterninitiativen und der Förderverein der Kita Alperof hatten den Bürgermeister bereits am 6. März kontaktiert, erhielten jedoch keine Antwort. Jetzt fordern sie konkrete Lösungen, wie die Stadt die Folgen der Schließungen für betroffene Familien abfedern will.
Die Absage der beiden Kita-Projekte lässt viele Eltern um wohnortnahe Betreuungsplätze bangen. Als Reaktion entstand die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege", die die Bedeutung von Betreuungseinrichtungen im Stadtteil unterstreicht. Die Initiatoren argumentieren, dass längere Anfahrtswege die ohnehin schon belasteten Familien zusätzlich unter Druck setzen.
Am 6. März hatten Vertreter der Kita Alperof und besorgte Eltern einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt, in dem sie Aufklärung über die städtischen Pläne forderten – vergeblich. Nun wird ein zweiter Brief vorbereitet, um dringend Antworten einzufordern und ein Gespräch zu verlangen. Die Gruppe hat den Bürgermeister zu einer offenen Diskussion über die Situation eingeladen.
Unterdessen bleibt das generationenübergreifende Zentrum in Reinershof das einzige neue kommunale Betreuungsprojekt der Stadt. Finanziert wird es durch eine Mischung aus öffentlichen und privaten Mitteln: städtische Gelder, Landeszuschüsse und eine große Investition eines lokalen Immobilienunternehmens. Das Unternehmen, das die geschätzten Baukosten von 15 bis 20 Millionen Euro übernimmt, erhält im Gegenzug langfristige Nutzungsrechte und die operative Kontrolle. Diese Partnerschaft wirft Fragen zur Transparenz und zur finanziellen Rolle der Stadt auf.
Da die Eröffnung des Zentrums erst für 2027 geplant ist, fordern Eltern sofortige Lösungen. Die Verzögerung lässt Familien in Unsicherheit zurück – die einzige Alternative, die Eingliederung der Kita Alperof in die Reinershofer Einrichtung, liegt noch in weiter Ferne.
Die Streichung der beiden Kita-Projekte verschärft die ohnehin angespannte Betreuungssituation in Willich und lässt die Sorgen um die Erreichbarkeit wachsen. Eltern und Aktivisten suchen weiterhin nach Antworten vom Bürgermeisteramt, während das Reinershofer Zentrum das einzige im Bau befindliche Projekt bleibt.
Ob der zweite offene Brief und ein möglicher Dialog mit Bürgermeister Pakusch zu schnellen Lösungen für die von den Schließungen betroffenen Familien führen, bleibt abzuwarten.






