Wuppertals Euromillions-Ruine: Sanierung für 325 Millionen – doch die Kritik bleibt
Gordon AdlerWuppertals Euromillions-Ruine: Sanierung für 325 Millionen – doch die Kritik bleibt
Jahrealter Streit um das marode Euromillions-Gebäude in Wuppertal nimmt eine neue Wendung
Der seit Langem schwelende Konflikt um das verfallene Euromillions-Gebäude in Wuppertal hat eine unerwartete Entwicklung genommen. Das von Asbestbelastung, Legionärskrankheits-Ausbrüchen und maroder Infrastruktur geplagte Gelände soll nun zu reduzierten Kosten saniert werden. Doch die Einigung löst Kritik an mangelnder Transparenz und fragwürdigen Finanzentscheidungen aus.
Das Euromillions-Gebäude an der Müngstener Straße leidet seit Jahren unter eklatantem Sanierungsstau. Die Probleme reichen von defekten Duschen über Heizungsausfälle und Abwasser-Rückstau bis hin zu wiederholten Legionellen-Infektionen. Eigentümer der Immobilie ist die Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement (BLB) unter Leitung von Finanzminister Markus Opdendrenk (CDU). Ursprünglich hatte die Behörde nach der Sanierung eine Jahresmiete von 30 Millionen Euro gefordert – ein Vielfaches der aktuellen vier Millionen Euro.
Die Sanierungskosten wurden zwar im Vergleich zu früheren Forderungen halbiert, liegen aber weiterhin über den ursprünglichen Schätzungen des Innenministeriums. Experten hatten eine maximale zulässige Sanierungssumme von 173 Millionen Euro festgelegt. Innenminister Herbert Reul (CDU) soll jedoch informell sogar 650 Millionen Euro in Aussicht gestellt haben. Der jetzt offizielle Rahmen beläuft sich auf 325 Millionen Euro über 25 Jahre, die vor allem für die Instandsetzung undichter Leitungen und der beschädigten Infrastruktur verwendet werden sollen.
Reul hatte sich auf höhere Mietzahlungen eingelassen und ein entsprechendes Absichtsschreiben unterzeichnet, was innerhalb seines Ministeriums auf Widerstand stieß. Ein hoher Beamter reichte Beschwerde ein, woraufhin die Staatsanwaltschaft den Verdacht des Vertrauensbruchs prüfte. Die Düsseldorfer Behörde sah jedoch keine hinreichenden Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten.
Ab dem 1. Januar akzeptierte die BLB eine Mietreduzierung um 36 Prozent für den Komplex. Dennoch üben Oppositionspolitiker und der Bund der Steuerzahler scharfe Kritik an der intransparenten Verhandlungsführung.
Die Sanierung des Euromillions-Gebäudes wird nun zwar zu geringeren, aber immer noch erheblichen Kosten durchgeführt. Die Einigung beendet monatelangen Streit, wirft jedoch weiterhin Fragen zur finanziellen Kontrolle auf. Mit Beginn der Bauarbeiten rückt nun in den Fokus, ob das Gelände zeitnah und ohne weitere Verzögerungen den Sicherheitsstandards entspricht.