29 January 2026, 19:58

Zoll durchsucht Maschinenbauer Köppern wegen Verdachts auf Sanktionen-Umgehung nach Russland

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Umgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Zoll durchsucht Maschinenbauer Köppern wegen Verdachts auf Sanktionen-Umgehung nach Russland

Deutsche Zollfahnder haben Räumlichkeiten des Maschinenbauunternehmens Köppern im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Verstöße gegen EU-Sanktionen durchsucht. Die Durchsuchungen fanden am 27. Januar 2026 an Standorten in Hattingen und Freiberg statt und richteten sich gegen Vorwürfe illegaler Exporte nach Russland über Umwege in Usbekistan. Die Behörden prüfen, ob das Unternehmen gegen das deutsche Außenwirtschaftsgesetz verstoßen hat.

Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte, dass im Rahmen der Ermittlungen mehrere Objekte der Maschinenfabrik Köppern GmbH & Co. KG durchsucht wurden. Den Ermittlern zufolge soll das Unternehmen Walzenpressen – Maschinen, die häufig in der Düngemittelproduktion eingesetzt werden – im Wert von mehreren Millionen Euro exportiert haben. Die Lieferungen seien demnach über Usbekistan nach Europa gelangt und hätten so die EU-Sanktionen umgangen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verhängt worden waren.

Während der Aktion gab es keine Festnahmen. Die Behörden gaben keine weiteren Details bekannt, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Köppern, das seinen Sitz in Nordrhein-Westfalen hat, erklärte, man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. Das Unternehmen betonte zudem, dass interne Überprüfungen bisher keine Hinweise auf Fehlverhalten ergeben hätten.

Im Mittelpunkt des Falls stehen Vorwürfe, wonach Industriekomponenten offiziell an einen zentralasiatischen Düngemittelhersteller geliefert, später jedoch nach Russland umgelenkt worden seien. Solche Geschäfte würden gegen EU-Sanktionen verstoßen, die Moskaus Zugang zu kritischen Technologien und Materialien beschränken sollen.

Die Ermittlungen dauern an; gegen Köppern wurden bisher keine Anklagen erhoben. Die Behörden prüfen weiterhin, ob die Exporte des Unternehmens durch die Umgehung von EU-Sanktionen gegen Handelsrecht verstoßen haben. Das Ergebnis des Verfahrens könnte Auswirkungen auf die Durchsetzung der im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg verhängten Sanktionen haben.