23 March 2026, 20:38

250 Frauen fordern schärfere Gesetze gegen männliche und digitale Gewalt

Frauen in grünen T-Shirts mit weißem Stoff, die auf einer Demonstration mit anderen Mädchen im Hintergrund stehen.

250 Frauen fordern schärfere Gesetze gegen männliche und digitale Gewalt

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die sich für strengere Gesetze gegen sexuelle und digitale Gewalt einsetzen. Ihre Forderungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung neue Gesetzesvorhaben vorbereitet, um digitale Gewalt und Deepfake-Straftaten zu ahnden.

Der Plan des Bündnisses sieht weitreichende rechtliche Änderungen vor. Vorgeschlagen wird ein Modell der ausdrücklichen Zustimmung ("Only Yes Means Yes") bei Sexualstraftaten, bei dem nur ein klares "Ja" als Einwilligung gilt. Zudem fordern sie, Femizide als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch anzuerkennen.

Ein zentrales Anliegen ist die Strafbarkeit nicht konsensualer, sexualisierter Deepfake-Inhalte. Besonders im Fokus stehen dabei "Nudify"-Apps, die mithilfe von KI Menschen auf Fotos ohne deren Zustimmung digital entkleiden. Der Vorschlag umfasst ein Digitales Schutzgesetz, das die schnelle Löschung schädlichen Materials und die Identifizierung der Täter sicherstellen soll.

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Die Bundesregierung hat bereits mit einem Gesetzentwurf reagiert, den Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorlegt. Dieser soll Ende März 2026 im Kabinett beraten werden und führt mit § 184k StGB die Strafbarkeit der Erstellung und Verbreitung sexualisierter Deepfakes ein – mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren. Der Schritt folgt auf den viel beachteten Fall Collien Fernandes und entspricht einer EU-Richtlinie, die solche Maßnahmen bis 2027 vorschreibt.

Zu den bekannten Unterstützerinnen des Bündnisses zählen SPD-Chefin Bärbel Bas, die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner, Moderatorin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Ihr gemeinsames Gewicht verleiht dem Vorstoß für eine Rechtsreform zusätzlichen Nachdruck.

Die geplanten Gesetze zielen darauf ab, Lücken in der Cyberkriminalitätsgesetzgebung zu schließen und gleichzeitig langjährige Bedenken hinsichtlich sexualisierter Gewalt anzugehen. Falls verabschiedet, würden die Änderungen strengere Strafen für digitale Gewalt einführen und die Definition von Einwilligung im deutschen Recht neu fassen. Der Regierungsentwurf soll in den kommenden Wochen finalisiert werden, während die weiteren Forderungen des Bündnisses noch diskutiert werden.

Quelle