Bau-Revolution: 90 Prozent der DIN-Normen fallen – was sich jetzt ändert
Georgine MansBau-Revolution: 90 Prozent der DIN-Normen fallen – was sich jetzt ändert
In Deutschland stehen weitreichende Änderungen der Bauvorschriften bevor. Die Bundesregierung plant, zahlreiche Regelungen abzuschaffen, die nicht zwingend der Sicherheit dienen. Mit diesem Schritt sollen Kosten gesenkt und Bauprojekte beschleunigt werden.
Künftig werden digitale Anträge für Baugenehmigungen zur Standardlösung. Die Reformen versprechen zudem, die Umwandlung leerstehender Büros und Läden in Wohnraum deutlich zu vereinfachen.
Die neuen Bestimmungen sehen vor, bis zu 90 Prozent der aktuellen DIN-Normen zu streichen. Nur solche, die für die Sicherheit unverzichtbar sind, bleiben bestehen. In zentralen Bereichen wie Kernenergie, Schienenverkehr und Maschinenbau gelten weiterhin strenge Anforderungen. Normen wie die DIN IEC 61511 für die Prozessindustrie oder die DIN EN 50129 für die Bahnsicherheit bleiben beispielsweise in Kraft.
Viele veraltete Vorschriften werden abgeschafft – etwa Regelungen zur Mindestanzahl von Steckdosen in einem Raum. Die Regierung geht davon aus, dass diese Änderungen Bauherren und Projektentwicklern Zeit und Geld sparen werden.
Auch die Umnutzung von ungenutzten Bürogebäuden und Einzelhandelsflächen in Wohnraum wird erleichtert. Die Reformen zielen auf überflüssige Bürokratie ab, die solche Vorhaben in der Vergangenheit verzögert hat. Digitale Genehmigungsverfahren ersetzen künftig papierbasierte Anträge und machen den Prozess effizienter und schneller.
Im Mittelpunkt der Reformen steht der Abbau von überflüssiger Regulierung – ohne dabei Sicherheitsstandards zu gefährden. Bauherren und Eigentümer werden bei Sanierungen oder Umnutzungen mit weniger Auflagen konfrontiert. Die Behörden erwarten, dass die Neuerungen Verzögerungen verringern und die Kosten im Bausektor senken werden.