28 January 2026, 10:46

Josefine Paul tritt als Familienministerin nach Solingen-Krise zurück

Ein Mann im Anzug und Krawatte steht an einem Podium mit Mikrofonen und einem Bildschirm im Hintergrund.

Josefine Paul tritt als Familienministerin nach Solingen-Krise zurück

Josefine Paul, die Ministerin für Migration und Familie in Nordrhein-Westfalen, ist von ihrem Amt zurückgetreten. Ihr Rücktritt folgt massiver Kritik an ihrem Umgang mit einem Messerangriff in Solingen sowie der anschließenden parlamentarischen Untersuchung. Die Entscheidung fällt nach Wochen wachsenden politischen Drucks und öffentlicher Debatten.

Paul gab ihren Rücktritt bekannt, nachdem sie eingestanden hatte, die Situation nicht mehr bereinigen zu können. Ihre anfängliche Schweigsamkeit und Kommunikationspannen während der Krise waren zu zentralen Streitpunkten geworden. Der Untersuchungsausschuss, der den Angriff aufarbeiten sollte, hatte unter anderem durch ihr Vorgehen Verzögerungen erlebt.

Der Rücktrittsprozess verlief zügig und wurde eng von Ministerpräsident Hendrik Wüst gesteuert. Zwar hatten Paul und die Grünen lange betont, sie trage keine persönliche Verantwortung, doch der zunehmende Widerstand machte ihre Position unhaltbar. Ihr Abgang ermöglicht es dem Ausschuss nun, sich wieder auf die Kernfragen rund um den Angriff zu konzentrieren.

Verena Schäffer hat das Amt inzwischen übernommen und trat offiziell am 27. Januar 2026 ihr neues Amt als Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration an. Sie übernimmt eine Position, die durch die Folgen von Pauls Rücktritt geprägt ist. Die Opposition wirft bereits die Frage auf, ob die Grünen ihre Ampelkoalition mit Wüsts CDU fortsetzen werden – angesichts der politischen Vorteile, die der Rücktritt der Regierungspartei zu bringen scheint.

Paul hinterlässt mit ihrem Rücktritt eine Spur in der vorläufigen Bilanz der Landesregierung und unterstreicht die Konsequenzen politischer Verantwortung. Der Untersuchungsausschuss kann nun ohne die Ablenkungen durch ihre Führung weiterarbeiten. Gleichzeitig steht Schäffer vor der Herausforderung, Stabilität in ein Ministerium zu bringen, das unter verstärkter öffentlicher und politischer Beobachtung steht.