Kölner Rosenmontagszug meidet Putin-Satire – Düsseldorf übernimmt das brisante Thema
Ignaz KreuselKölner Karnevalisten verteidigen das Fehlen eines Putin-Wagen - Kölner Rosenmontagszug meidet Putin-Satire – Düsseldorf übernimmt das brisante Thema
Kölner Rosenmontagszug verzichtet dieses Jahr auf Wagen mit Spott über Putin
Der diesjährige Rosenmontagszug in Köln wird auf einen Wagen verzichten, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Schippe nimmt. Stattdessen überlässt die Stadt das brisante Thema dem Düsseldorfer Designer Jacques Tilly. Die Entscheidung fällt zu einer Zeit, in der Tilly in Russland wegen seiner früheren satirischen Kreationen mit Strafverfolgung rechnet.
Der Kölner Karnevalsdirektor Marc Michelske bestätigte, dass kein Putin-bezogener Motivwagen im Zug zu sehen sein werde. Er erklärte, Tilly – bekannt für seine mutige politische Satire – werde sich des Themas in Düsseldorf annehmen. Michelske wies Spekulationen zurück, die Entscheidung stehe im Zusammenhang mit der Angst vor russischen Repressalien.
Tillys frühere Entwürfe haben international für Diskussionen gesorgt; Moskau wirft ihm vor, 'Falschinformationen' über die russische Armee zu verbreiten. Die russischen Behörden haben sogar ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Trotz der Drohungen lässt sich Tilly nicht einschüchtern, auch wenn Reisebeschränkungen seine Bewegungsfreiheit wegen möglicher Auslieferungsrisiken einschränken.
Der Kölner Umzug wird dennoch scharfe politische Kommentare bieten. Andere Wagen nehmen prominente Persönlichkeiten ins Visier, darunter den damaligen US-Präsidenten Donald Trump sowie die anhaltenden Streitigkeiten innerhalb der deutschen Koalitionsregierung.
Mit der Entscheidung bleibt das Putin-Thema in Düsseldorf, wo Tillys Werke regelmäßig weltweites Aufsehen erregen. Die Kölner Veranstalter betonen, es gehe um eine kreative Arbeitsteilung – nicht um Vorsicht. Wie gewohnt dürften Tillys Wagen auch in dieser Karnevalssaison wieder im Mittelpunkt stehen.