Mainzer Revue bricht Tradition – erste Frau als Chefprotokollführerin überzeugt mit scharfer Satire
Georgine MansFrauen-Debüt bei "Mainz bleibt Mainz" - Mainzer Revue bricht Tradition – erste Frau als Chefprotokollführerin überzeugt mit scharfer Satire
Die 71. Ausgabe der "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht"-Revue hat mit der Tradition gebrochen und erstmals eine Frau zur Chefprotokollführerin ernannt. Christina Grom übernahm die Hauptrolle und brachte scharfe politische Satire auf die Bühne. Ihre Witze zielten auf prominente Persönlichkeiten wie Bundeskanzler Friedrich Merz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Groms spöttische Bemerkungen ließen niemanden aus. Sie schlug vor, der Himmel solle die Gutenberg-Bibel nutzen, um Trumps Ego "zusammenzustauchen". Weder Merz, Söder noch Trump hatten bis zum 12. Februar 2026 auf die Sticheleien reagiert.
Die Revue markierte auch die Rückkehr von Jürgen Wiesmann, der zum 25. Mal die Rolle des Ernst Lustig spielte. Die beliebte Karnevalsfigur blieb ein Publikumsliebling. Der langjährige Moderator Andreas Schmitt beendete die Show wie gewohnt in seiner Funktion als "Hoher Altardiener" des Mainzer Doms – trotz einer kurzen gesundheitsbedingten Pause im Jahr 2025.
Obwohl Groms Ernennung eine neue Dynamik einbrachte, blieb die Veranstaltung ihren Wurzeln treu. Die Mischung aus Tradition und frischer Satire hielt das Publikum in Atem und bewies den anhaltenden Charme der Revue.
Groms Debüt als Chefprotokollführerin setzte ein Zeichen für die Zukunft des Karnevals. Da die betroffenen Politiker öffentlich nicht reagierten, blieb die Satire unangefochten. Vorerst prägt die Revue mit ihrem Mix aus alten Bräuchen und frechem Humor weiterhin den festlichen Geist von Mainz.