31 January 2026, 15:19

Marco Bülow – vom SPD-Rebellen zum unangepassten Kämpfer für Dortmunds Stimme

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Marco Bülow – vom SPD-Rebellen zum unangepassten Kämpfer für Dortmunds Stimme

Marco Bülow, langjähriges Mitglied des Bundestags, starb im Januar 2023 im Alter von 54 Jahren nach langer Krankheit. Bekannt für seine linke Haltung, vertrat er 19 Jahre lang Dortmund für die SPD, bevor er die Partei 2018 verließ. Sein politischer Weg führte ihn später zu Die PARTEI, wo er bis zu seinem Tod die etablierte Politik herausforderte.

Bülow zog 1994 erstmals in den Bundestag ein, nachdem er das Direktmandat für Dortmund als SPD-Kandidat gewonnen hatte. Sein sicherer Wahlkreis verband ihn eng mit den Wählern vor Ort – weniger mit der Parteiführung. Mit der Zeit galt er als "ewiger linker Rebell", der regelmäßig mit der SPD-Linie und den Zwängen der Großen Koalition aneckte.

Ab 2007 wurde seine Kritik öffentlich. Er prangerte die Richtung der SPD an und erklärte, ihre Politik nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren zu können. 2018 gipfelte sein Unmut im Austritt aus der Partei, der er vorwarf, Prinzipien und ethische Verantwortung aufgegeben zu haben.

Nach dem SPD-Austritt suchte Bülow vergeblich nach einer neuen politischen Heimat. 2020 trat er Die PARTEI bei, einer satirischen Partei, und kandidierte 2021 erneut für den Bundestag. Trotz dieses ungewöhnlichen Schritts holte er in Dortmund fast neun Prozent der Erststimmen. Doch Jens Peick (SPD) gewann das Direktmandat – das Ende von Bülows parlamentarischer Laufbahn. Kurze Zeit später zog er sich aus der aktiven Politik zurück.

Sein ganzes Wirken hindurch kämpfte Bülow gegen Lobby-Einfluss und setzte sich für eine ökosoziale Wende ein. Sein unangepasster Stil und seine Bereitschaft, Parteidisziplin zu brechen, hinterließen Spuren in der deutschen Politik, auch wenn seine späteren Jahre von sinkendem Wahlerfolg geprägt waren.

Bülows Tod 2023 beendete eine politische Karriere, die von Widerstand und Prinzipientreue geprägt war. Sein Bruch mit der SPD und sein späteres Engagement bei Die PARTEI spiegelten seine kompromisslose Haltung gegen das wider, was er als politischen Verrat ansah. Zwar veränderte sich die Dortmunder Politik nach seinem Abschied nicht grundlegend, doch sein Erbe als scharfer Kritiker des Establishments bleibt bestehen.